Der Mainzer Veggie-Stammtisch trifft sich aus Ermangelung an rein veganen Restaurants seit geraumer Zeit in wechselnden Lokalitäten, die entweder extra für uns etwas Veganes zaubern oder aber regelmäßig einige vegane Gerichte anbieten. Dieses Mal fällt unsere Wahl auf das Restaurant „Zur Ludwigsbahn“, auch kurz „Luba“ genannt, das seit Anfang des Jahres auch ein veganes Menü auf der Karte hat.

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Und so trifft sich eine kleine Gruppe des veganen Stammtisches an einem schönen bereits milden Märzabend in der Ludwigsbahn in Mainz-Gonsenheim. Dass wir diesmal nur zu Siebt sind mag daran liegen, dass die Luba zu den eher hochpreisigen Restaurants gehört.

„Egal ob Fleischesser, Vegetarier oder Veganer, die Freude am Genuss ist die große Gemeinsamkeit meiner Gäste“, so Oliver Behr, „und dieser Freude möchte ich in der Luba Raum geben.“ So ist das Credo des Küchenchefs auf der Homepage der Ludwigsbahn zu lesen. Veganer sollen sich schließlich nicht immer mit einer Notlösung begnügen müssen. Und von einer Notlösung kann in der Luba tatsächlich nicht die Rede sein. Schon die Beschreibung der Gerichte zeugt von der Kreativität der Küche und der Liebe zum Detail – und davon dass man sich nicht in einer Dorfkneipe befindet. Außerdem achtet die Ludwigsbahn auf Regionalität der Zutaten und bemüht sich um Bio-Qualität.

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Was es gibt? Das Menü wird eröffnet mit einem „Kokos-Zitronengras-Süppchen mit mariniertem Gemüsespieß“. Als Hauptgang gibt es entweder „Buchweizen-Ravioli gefüllt mit Pak Choi und Campignon, dazu Cherrytomaten, Grapefruit und Radicchio“, oder eine „gratinierte Schnitte von der Lupinen-Polenta mit Tomatensugo, Spinat-Creme mit karamellisierten Zimt-Haferflocken“. Zum Dessert lassen wir uns von einer Trilogie von Mango, Banane und Chili einheizen. Der Koch serviert uns persönlich den Nachtisch und erklärt uns, welcher der drei Bestandteile in welcher der drei kleinen Kompositionen enthalten ist – er möge mir verzeihen, dass ich es wieder vergesse und euch dieses Detail leider verschweigen muss.

Wenn auch die ganz große Begeisterung bei mir ausbleibt, finde ich die Gerichte allesamt sehr lecker; die Zutaten sind harmonisch aufeinander abgestimmt und die Zusammenstellung ist einfallsreich, aber nicht zu ausgefallen. Die Portionen sind ausreichend groß; nach den drei Gängen fühle ich mich angenehm satt. Den Preis für das Menü von 34,90 € empfinde ich als schon recht hoch; zumindest lässt er keinen regelmäßigen Besuch des Lokals von den meisten von uns erwarten. Wer aber mit der Tante oder dem Chef etwas schicker essen gehen und dabei nicht wieder auf Pommes und Salat sitzen bleiben möchte, der ist mit der Ludwigsbahn bestens beraten, denn hier werden alle auf hohem Niveau fündig. Ach ja: Veganen Wein gibt es auch.

Nach einen gemütlichen und verplauderten Abend verlassen wir den Gastraum, der rustikal mit dunklen Holzmöbeln eingerichtet ist und so das Gefühl, man befände sich in einem allzu noblen Restaurant, zum Glück gar nicht erst aufkommen lässt. Einzig das etwas kühle und grelle Deckenlicht stört ein wenig – ein paar mehr Kerzen und gedimmtes Licht hätten uns allen besser gefallen. Unser Tenor ist aber der gleiche: Wenn auch nicht nächsten Monat – wir kommen wieder.

Restaurant Ludwigsbahn
Inh. Oliver Behr
Mainzer Straße 62
55124 Mainz-Gonsenheim
www.zur-ludwigsbahn.de

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