Vor ein paar Monaten hatte ich hier schon einmal einen Veganguide für Barcelona zusammengestellt. Ein halbes Jahr später war ich erneut für einen ganzen Monat in einer der schönsten Städte der Welt und habe natürlich auch wieder ausgiebig die vegane Gastroszene erkundet. Erstaunlich, wieviele neue Locations innerhalb der vorangehenden 6 Monaten eröffnet hatten, auch in Barcelona tut sich einiges. Die Tipps aus meinem letzten Artikel sind im Prinzip noch fast alle gültig, allerdings hat das Pili Pile inzwischen wieder geschlossen.

Es gibt zwar ein inzwischen großes Angebot an Locations mit veganem Angebot, aber nicht alle begeistern mich. Läden wie Juicy Jones oder Veggie Garden sind zwar wirklich günstig und man wird satt, aber besonders gut finde ich das Essen hier nicht, da fehlt es am berühmten Pfiff, vieles ist auch sehr lieb- oder Gewürzlos. Ich möchte daher viel lieber heute meine Lieblingsläden vorstellen.

1. Rasoterra

Hier zitiere ich aus meinem letzten Artikel, denn an meiner Meinung hat sich nichts geändert: „Das Rasoterra ist ein vegetarisch-veganes Restaurant, das viele klar deklarierte Optionen anbietet. Das Restaurantambiente ist wunderschön, stylish und doch gemütlich. Für Barcelona typisch, gibt es eine tolle Auswahl an Tapas, also Portionen, die nicht für den hohlen Zahn sind, aber auch nicht für einen vollen Magen sorgen, so 2-3 davon schafft man. Dazu gibt es einige wechselnde Hauptgerichte, eine tolle Weinauswahl, und die Zutaten sind größtenteils bio, vieles aus dem Restaurant-eigenen Anbau. Außerdem sind die Betreiber Slow Food-Fans. Wir waren zwei mal dort essen und waren komplett begeistert, alles war wunderschön angerichtet und schmeckte grandios. Probiert bitte die Oliventrüffel zum Nachtisch. Dazu einen katalonischen Rosé-Wein. Wer nun Angst hat, sehr tief in die Tasche greifen zu müssen, den kann ich beruhigen: Wir haben zu zweit inkl. 4 Gläsern Wein so 45 Euro ausgegeben, und das war es mehr als wert. Absolute Empfehlung, don’t miss! Hier geht es zur Happy Cow-Bewertung mit Öffnungszeiten und Adresse etc.“

2. Flax and Kale

Ein weiterer Favorit ist das „Flax and Kale“ im trendigen Stadtteil Raval, und auch hier zitier ich der Einfachheit halber nochmal mich selbst: „Das Flax & Kale liegt im Trendbezirk El Raval, und hat erst vor einigen Wochen eröffnet. Von außen ist nur zu erkennen, dass der Laden ziemlich groß ist, das gastronomische Konzept aber bleibt zunächst mal unklar. Gut dass wir eingetreten sind, denn Flax & Kale bietet ein ungewöhnliches Konzept, das auf den 4 Säulen “roh”, “glutenfrei”, “vegan” und “Fisch”. Somit bietet der riesige, hochprofessionelle und stylishe Laden zwar nicht 100% vegane Küche, aber schätzungsweise mindestens die Hälfte der Gerichte kommen in Frage, und das sind eine Menge. Die Qualität der Speisen ist auf ganz hohem Niveau, wir waren absolut begeistert. Später abends sollte man unbedingt einen Tisch reservieren, denn der Laden wird trotz seiner Größe (schon mal mit dem Aufzug zur Toilette gefahren?) richtig voll. Das Fax & Kale richtet sich an die sogenannten Flexitarier, also Menschen, die sich hauptsächlich vegan oder vegetarisch ernähren, aber gelegentliche Ausnahmen machen. Und mit diesem Konzept hat man offenbar den Nerv der Zeit getroffen. Eine Besonderheit ist außerdem das Smoothie-Angebot im Flax & Kale, das riesig und kreativ ist. Wer mag, kann sich auch einfach im Eingangsbereich des Ladens einen Smoothie aus den Kühltheken nehmen, z.B. einen “Vegan Vampire”. Die Preise sind hier wenig überraschend auch etwas höher, aber für einen besonderen Abend völlig in Ordnung.“

3. Teresa Carles

Die Betreiber des Flax and Kale haben ein weiteres Restaurant um die Ecke, das „Teresa Carles“, und das erfreut sich ähnlich großer Beliebtheit wie der Schwesternladen. Hier geht es allerdings rein vegetarisch zu, und die Preise sind ein klein wenig geringer. Generell möchte ich aber hinzufügen, dass sowohl im Flax and Kale als auch im Teresa Carles absolut nichts an den Preisen auszusetzen ist, und wer mittags zu Teresa Carles geht, kann sogar für 10 Euro ein Menü bekommen, eine Flasche (leckerer) Hauswein kostet gerade mal 11 Euro. Ein absolut großartiger Laden in jeder Hinsicht mit großem veganen Angebot, stylishem Ambiente, kreativem köstlichem Essen und superprofessionell. Allerdings lohnt eine Reservierung, denn ich bin nicht der einzige, der das mitbekommen hat.

4. Rizoma

Recht neu am Start ist das „Rizoma“, nicht weit von der Sagrada Familia entfernt. 100% vegan und großartiges Essen, gekocht von einem Star in der spanischen Veganszene, wie man uns gesagt hat. Ein kleiner Laden, der sich kurz nach der Öffnung am Abend (mittags kann man hier aber auch essen) schnell füllt, von daher am besten früh hin. Das Ambiente ist nicht unbedingt sonderlich schön, aber das Essen entschädigt dafür. Sehr schön präsentiertes, wahnsinnig leckeres veganes Essen.

5. Anima BCN

Unweit der wunderschönen Universität am Rande der Altstadt kann man im Anima BCN sehr lecker zu mittag essen. Geöffnet ist allerdings nur von 8-16 Uhr, frühstücken geht aber damit auch. Es gibt ein Mittagsmenü mit diversen Optionen, die entweder vegetarisch oder vegan sind. Diese sind klar gekennzeichnet, fragt aber zur Sicherheit lieber noch mal nach, wir hatten mehrfach ein „Aha-Erlebnis“ beim Kellner, der feststellen musste, dass das dann wohl doch nicht vegan ist. Aber ansonsten top, superleckeres Essen und wirklich toll präsentiert, im Stile eines gehobenen Restaurants.

6. Koku Kitchen

Einer unserer absoluten Favoriten ist das „Koku Kitchen“ in der Altstadt, obwohl die Auswahl an veganen Gerichten sehr überschaubar ist. Hier kann man Ramen essen, eine in Asien sehr beliebte Nudelsuppe, deren Brühe in der Regel immer mit tierischen Zutaten gemacht wird. Die (lustigerweise irischen) supernetten Betreiber haben ewig an einer veganen Version getüftelt, und die schmeckt grandios, ich liebe sie. Ich empfehle die pikante Version, dazu leckere Edameme. Fragt am besten einfach nach, was ihr einer veganen Variante bekommen könnt.

7. Juice House

Ganz neu ist das „Juice House“ in Sant Antoni, das viel mehr als Säfte bietet, nämlich „Clean eating“. Hier ist nicht alles vegan, aber die klar gekennzeichnete Auswahl weiß zu gefallen, das Ambiente ist sehr schön und die Betreiber superfreundlich. Wer glutenfrei essen möchte, ist hier auch an der richtigen Adresse.

8. Veg World India

Ich liebe indisches Essen, und „Veg World India“ im wundervollen Stadtteil Gracia ist eine perfekte Anlaufstelle, wenn du auch auf indisches Essen stehst. 90% ist vegan, und das ist zu 100% superlecker. Ich war wirklich begeistert, absolut alles schmeckte großartig und authentisch, dazu ein supernetter Service und ein schnuckeliger kleiner Laden. Die Betreiber wissen Bescheid, was vegan ist, und werben auch ganz offensiv, dass sie vegetarisch und fast komplett vegan sind. Superguter Laden!

9. Gopal

Jetzt doch noch endlich was für Fast Food Fans. Gopal am herrlichen Platz George Orwell (wo du auch unbedingt mal zum Oviso rübergehen solltest um ein Getränk oder zwei zu nehmen) ist ein sehr kleiner Laden mit großem Burgerangebot, dazu sündig-leckere Schokdonuts (für schlappe 1,50 Euro) und noch mehr Fast Food. Wer mag, kann auch Burgerpatties in den verschiedensten Varianten, Wurst oder Käse mitnehmen – alles vegan natürlich! Ich liebe das Chorizo Bocadillo! Supergünstige Preise, supernette Betreiber und leider geil.

10. Café Blueproject

Ein Muss für alle Rohkost-Fans, direkt am wunderschönen Park Ciutadella gelegen, ist das Café Blueproject. Schönes Ambiente und wunderbares Essen, meistens vegan, immer bio, viel viel Rohkost, köstlicher Wein und herrlicher Kuchen. Lohnt sich!

Der Rest

Es gibt noch einiges mehr an Locations mit veganem Essen, die mir gut gefallen:

Du siehst, verhungern muss man in Barcelona nicht, im Gegenteil herrscht hier die Qual der Wahl. Ansonsten ist das Angebot in nicht vegan oder vegetarisch ausgerichteten Restaurants und besonders Bars eher schmal. Hummus, Pan con Tomate, Pimientos padrones – dann wird es schon eng.

Meine Stadtteiltipps

Ich könnte ewig lange Artikel über meine Liebe zu dieser Stadt schreiben, es gibt unglaublich viel zu entdecken! Meine Lieblingsstadtteile sind Born (kleine hübsche Gassen und Läden), Gotico (die alte Altstadt, Geschichte spüren) und Raval (das Neukölln von Barcelona) in der Altstadt. Gracia nördlich von Eixample war ein eigenständiges Dorf, bevor es von Barcelona geschluckt wurde. Gilt als Künstler-Stadtviertel, ist vor allem superschön und nicht so von Touristen überlaufen, dazu superviele tolle Läden, u.a. Amapola, ein veganer Schuhladen. Auf dem Weg zum Strand kommt man durch das schöne Barceloneta, doch auch die „Neustadt“ Eixample ist total schön. Ein Besuch auf den Montjuc lohnt sich ebenso wie Sant Andreu (das auch noch Dorfcharakter hat). Und natürlich sollte man unbedingt mal auf den Tibidabo hoch für den großartigen Ausblick. Ich nutze gerne die App „Everplaces“, und hier findest du meine Barcelona Collection mit viel Sehenswertem.

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3 Kommentare auf "Vegan in Barcelona – die besten Locations"

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