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  1. Ist der Second Hand Trend wirklich nachhaltig?
  2. Second Hand vs. Fair Fashion – wer hat die Nase vorn? 
  3. Wie sieht es mit dem Tierwohl aus – ist Second Hand Mode vegan? 
  4. Second Hand ist kein Allheilmittel – aber ein wichtiger Beitrag

Ein komplettes Outfit für unter 30€? Das geht entweder durch Textildiscounter-Shopping oder aber mit einem glücklichen Händchen in Second Hand Geschäften. Neben dem meist günstigeren Preis bringt Second Hand Kleidung augenscheinlich so einige weitere Vorteile mit sich.

Zum einen geht die Kleidung durch mehrere Hände und reduziert somit theoretisch Textilabfälle und die Neuproduktion von weiterer Mode. Zum anderen bieten gerade Boutiquen und manche Online Marktplätze eine gut sortierte Vorauswahl an Kleidung – und präsentieren somit ein kuratiertes Angebot. 

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Le Shop vegan

Second Hand ist längst ein weitläufiger Trend geworden. Laut der Vogue kauften letztes Jahr 64% der Frauen bereits getragene Kleidung. Von Vintage Boutiquen bis zu wohltätigen Second Hand Geschäften ist für jeden was dabei. 

Second-Hand-Geschäft
© Unsplash

Aber ist der Second Hand Trend wirklich nachhaltig? 

Hier gehen die Meinungen auseinander. In der westlichen Welt haben wir längst genug Kleidung und müssten eigentlich für Jahre keine weiteren Textilien produzieren (lassen). Durch Second Hand werden Kleidungsstücke weitergegeben und häufiger getragen. Hoffentlich so lange, bis sie wirklich kaputt sind – denn nur dann gehört ein Kleidungsstück eigentlich in den Müll. Was sollte daran nicht nachhaltig sein?

Andererseits ermöglicht eine steigende Nachfrage an getragener Mode einen teureren Wiederverkauf und generiert somit ein Einkommen für die VerkäuferInnen oder Unternehmen, das im schlimmsten Fall direkt in neue Fast Fashion fließt. Zudem landen nicht nur getragene Kleidungsstücke auf dem Second Hand Markt, sondern auch Überproduktion oder leicht fehlerhafte Exemplare. Wer Second Hand einkauft, unterstützt also indirekt unter Umständen die nicht nachhaltige Textilproduktion.

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Natürlich ist Second Hand deutlich besser, als das Shoppen direkt bei Fast Fashion Unternehmen, hat aber auch seine Nachteile. 

Second Hand vs. Fair Fashion – wer hat die Nase vorn? 

Wer von der Nachhaltigkeit getragener H&M Produkte nicht wirklich überzeugt ist, findet in der Fair Fashion eine weitere Option für den ethischen Konsum. Fair Fashion soll zu gerechten Löhnen und umweltschonend produziert werden. Damit haben die Arbeiter in Produktionsländern wie China eine bessere Lebensgrundlage und auch der Anbau der Materialien wie beispielsweise der Baumwolle geschieht unter viel besseren Bedingungen. 

Fair Fashion hat es sich zum Ziel gemacht, die Modebranche nachhaltig zu verändern. Geschäfte wie Loveco (hier stellen wir dir Loveco näher vor) oder Le Shop Vegan haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Beste von fairen Marken wie Armed Angels und People Tree im Sortiment zu vereinen. Falls du noch Inspiration für dein nächstes nachhaltiges Sommeroutfit suchst, schau dir doch mal unseren Sommerlook mit Le Shop Vegan an.

Jedoch verbraucht auch ein noch so nachhaltig produziertes Kleidungsstück gewisse Ressourcen, auch wenn Kleidung aus recycelten Materialien hier einen weiteren kreativen Nachhaltigkeits-Beitrag leistet. Hinzu kommt der etwas höhere Preis, der sich nicht für jede Einkommensschicht gleichermaßen bestreiten lässt. 

Second Hand Mode:

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Pro:

  • preisgünstig
  • ressourcenschonend
  • weit verbreitet
  • großes Angebot auch online

Contra:

  • oft nicht fair produziert
  • kann fast Fashion weiter unterstützen
  • verbessert nichts an den Arbeitsbedingungen

Fair Fashion:

Pro:

  • revolutioniert die Modebranche
  • verbessert Arbeitsbedingungen
  • ist meist umweltschonender
  • neue Kleidung, hält daher lange

Contra:

  • tendenziell teurer
  • verbraucht trotzdem neue Ressourcen und Rohstoffe

Kein einfaches Urteil also – denn sowohl Second Hand als auch Fair Fashion haben ihre Vor- und Nachteile. Wer wirklich günstig unterwegs ist, vielleicht sogar zu einer Tauschparty gehen kann oder faire Mode Second Hand in die Finger bekommt, macht einiges richtig. Für das neue Kleidungsstück hier und da, das lange getragen wird, lohnt sich das Stöbern durch Fair Fashion Marken. 

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© Unsplash

Wie sieht es mit dem Tierwohl aus – ist Second Hand Mode vegan? 

Auch hier kommt es auf die Definition an. Natürlich sind viele Second Hand Optionen von Natur aus vegan, aber was ist mit einer bereits getragenen Lederhandtasche oder einem Wollpulli? 

Da Leder und Wolle nunmal tierische Produkte sind, gelten sie per Definition nicht als vegan. Verständlicherweise können sich viele Veganer auch gar nicht mehr vorstellen, diese am Körper zu tragen. Wer einmal eine Dokumentation über die Lederproduktion oder Bilder von vom Federrupfen für Daunenjacken gesehen hat, macht um die entsprechenden Textilien schnell einen weiten Bogen.

Andererseits kann nicht jeder das Geld für vegane Lederprodukte aufbringen oder in Alternativen wie beispielsweise Kork investieren. Dies ist vor allen Dingen dann ein Problem, wenn die Person aus beruflichen Gründen oder aufgrund bestimmter Hobbies auf gewisse Produkte angewiesen ist. Vegane Tanzschuhe zu finden ist beispielsweise eine echte Herausforderung und auch im Reitsport sind gute Alternativen noch rar. 

Vegan sein bedeutet manchmal, das geringere Übel zu wählen – und das kann in manchen Fällen Second Hand Leder sein. Viele spannende Diskussionen online zeigen – die Ansichten dazu, was als vegan gilt und was nicht, sind so verschieden wie die vegan lebenden Menschen selbst. 

Du entscheidest immer im Rahmen deiner Möglichkeiten selbst. Es zählen nicht nur strikte Definitionen, sondern auch der reale gesellschaftliche und wirtschaftliche Kontext. 

Second Hand ist kein Allheilmittel – aber ein wichtiger Beitrag

Second-Hand-Outfit
Ein Second Hand Outfit ©Unsplash

Allein mit dem Kauf von Second Hand lässt die Modebranche sich nicht korrigieren. Andererseits glauben wir, dass die Bewegung weg von immer neuen Modetrends und Kleidung, die nur einmal getragen wird, zu begrüßen ist. Wenn damit auch noch günstige Alternativen geschaffen werden, die fast allen finanziellen Schichten zur Verfügung stehen, umso besser. 

Ganz wichtig ist auch bei Second Hand Mode der bewusste Konsum. Non-Profit Shops oder Privatverkäufe sind im Zweifel profitablen Unternehmen vorzuziehen. Weniger ist auch beim Second Hand Konsum mehr und eine gute Mischung mit Fair Fashion Produkten kann sinnvoll sein, um auch diese Branche zu unterstützen. 

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Gastautorin Helena

Helena lebt seit 2014 in Berlin und hat ihren Umzug damals direkt zum Anlass genommen, sich endlich komplett vegan zu ernähren. Wenn nicht in Berlin – wo dann? Sie begeistern neue Trends wie vegane Mode und neue vegane Lebensmittel. Neben der Liebe zu gutem Essen praktiziert Helena leidenschaftliche gerne Yoga. Nach vielen Jahren im Software-Vertrieb hat sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und arbeitet als freiberufliche Texterin. Neben dem Tierwohl ist ihr auch der Naturschutz ein großes Anliegen.