In diesem Moment, indem ich anfange, diese Zeilen zu schreiben, ist mir bereits bewusst, dass es einige negative Kommentare zum Autoren dieses Buches geben wird, denn Attila Hildmann polarisiert. Fakt ist aber auch, dass Attilas Bücher „Vegan for fun“, „Vegan for fit“ und nun auch „Vegan for youth“ Bestseller sind, die mit großem Abstand meistverkauften veganen Kochbücher in Deutschland. Es gibt niemanden, der sich in diesem Land öfter einem großen TV-Publikum stellt und die vegane Ernährung positiv „verkauft“, egal ob im Frühstücksfernsehen oder bei TV Total bereits drei mal. Natürlich: Dahinter steckt cleveres Marketing, und Attila macht sich gerade seine polarisierende Wirkung zu eigen und nutzt sie, denn auch diese erhöht seinen Bekanntheitsgrad deutlich. Der eine mag es, die andere nicht. Für mich ist in jedem Falle unbestreitbar, dass durch Attila Hildmann viele Menschen eine vegane Ernährung ausprobieren, denn seine Bücher sind nicht nur schön aufgemacht, sondern enthalten einfach nachzukochende Rezepte, was gerade für Einsteiger ein wichtiges Argument darstellt.

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Attila Hildmann VEGAN FOR YOUDiesmal: Vegan for youth

Das Buch sollte zunächst den Titel „Forever young“ tragen, wurde dann doch in „Vegan for youth“ unbenannt. Das Konzept ist wie auch das Layout stark an die beiden Vorgänger angelehnt, und das ist ja auch nach dem Erfolg dieser nur logisch. Umfangreicher fällt diesmal der Intro-Teil aus, der sich diesmal nicht nur mit dem Thema Ernährung & Fitness beschäftigt, sondern noch einen Schritt weitergeht: „Schlanker, gesünder und messbar jünger?“ lautet die verlockende Überschrift, und das ganze heißt nun „Triät“, und die bedeutet:

  • Abbau von Übergewicht ganz ohne Hungergefühl oder Mangelversorgung
  • Gesünder durch Mikronährstoffversorgung mit Superfoods, chemiefreier Nahrung, Bewegung Meditation
  • Jünger durch Verringerung oxidativer Prozesse, durch verbesserte Beweglichkeit und Ausdauer

Klingt doch nach etwas, was sehr viele Menschen ansprechen sollte, und genau das ist ja auch das Verkaufsargument des Buches. Auf gut 70 Seiten geht es mit Attila auf eine Reise durch Japan, denn dort vermutete er die gesündesten alten Menschen. Das ganze ist sehr opulent bebildert und trägt auch mal dick Pathos auf. Das kann man, muss man nicht mögen. Aber es ist durchaus interessant zu lesen, und man erfährt einiges über vegane Superfoods, Anti-Aging, japanischer Küche und Meditation. Im Anschluss („Zurück von den Reisen“) gibt es quasi den wissenschaftlichen Blick auf das Thema Altern, und welche Faktoren (u.a. eben Lebensmittel) unser Älterwerden beeinflussen. Ich bin kein Wissenschaftler, möchte mir daher keine Bewertung dieses Kapitels erlauben. Es ist für Nicht-Wissenschaftler verständlich geschrieben und ansprechende bebildert.

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Challenge

Auch in „Vegan for youth“ gibt es wieder eine Challenge, wie im Vorgänger „Vegan for fit“, und wieder gibt es ein Extraheftchen, in dem die Erfolge einiger Test-Challenger dargestellt werden.  Hier gilt wie für alles andere auch: Den Challenge-Gedanken werden einige mögen, andere nicht. Ich glaube aber, dass es ziemlich menschlich ist, sich ein Ziel zu setzen, an dem man sich abarbeiten kann. Daher ist dieser Challenge-Aspekt sicher auch ein weiterer Erfolgsfaktor für Attilas Bücher.

Rezepte

Fast hätte man bis hierhin vergessen, dass es sich hier eigentlich um ein Kochbuch handelt, auch wenn man tatsächlich eine neue Kategorie finden müsste. Die Rezepte sind eingeteilt nach „Morgenröte“, „Forever satisfied“, „Fresh and crunchy“, „Snacks and to go“, „Elixiere“ und „Mentale Stärke“. Aufgefallen ist mir gleich, dass auch der Aufbau des Rezepteteils sehr dem Vorgänger ähnelt. Viele Gerichte sind ebenfalls sehr nah an Rezepten aus den Vorgängerbüchern, oft ist einfach eine Grundzutat ausgetauscht, ansonsten sehr ähnlich – zumindest gilt das für einen Teil der Rezepte, nicht für alle. Auch in „Vegan for youth“ sind die Rezepte einfach nachzukochen, ohne viele Zutaten, und den Großteil der Zutaten bekommt man in Bioladen. Diesmal allerdings hat Attila Superfoods wie Gojibeeren und Acai für sich entdeckt, und die findet man immer wieder in den Zutatenlisten, genauso wie Reissirup das neue Agavendicksaft ist. Gepoppter Amaranth und weißes Mandelmus sind weiterhin einzukaufen, aber nun gehört Matcha Tee noch mit den Einkaufswagen. Man sieht also den stärkeren Fokus auf das Thema Anti-Aging durch Superfoods deutlich auch in den Rezepten.

Für Menschen wie mich, die keine großen Künstler in der Küche sind, sind die Rezepte wirklich gut nachzukochen, und so hab ich in der Vergangenheit oft zu Attilas Büchern gegriffen. Sicher werde ich auch mal das eine oder andere Rezept aus „Vegan for youth“ testen.

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Fazit

Abgerundet wird das Buch durch Sport- und Meditationsübungen. Ich schätze, dass Attila sich durch dieses Buch mit seinen Themen wie Anti-Aging und Triät eine Menge Häme einfangen wird – doch wer ihn kennt, weiß, dass ihn das eher motiviert als abschreckt. Auf der anderen Seite wird es viele Menschen geben, die durch das Buch motiviert werden, es mit einer veganen Ernährung zu versuchen. Und das bedeutet auch weniger Tierleid, selbst wenn es sich um „Gesundheitsveganer“ handelt. Ich persönlich kann daran nichts verurteilen, für mich zählt am Ende weniger die Motivation als das Ergebnis, da bin ich pragmatisch. Mir fällt auch in letzter Zeit auf, dass ich immer häufiger Menschen antreffe, von denen ich gar nicht unbedingt erwartet hätte, dass sie vegan leben (natürlich sind das irgendwo auch Vorurteile). Und die haben ganz oft über die Bücher von Attila dazu gefunden, beschäftigen sich dadurch auch mit den anderen Aspekten einer veganen Lebensweise. Ich finde das gut.

„Vegan for youth“ ist ein gut aufgemachtes „Kochbuch“, das eigentlich viel mehr als ein solches ist. Sicher ein guter Kauf oder Geschenk für alle, die sich über das Thema eigene Gesundheit für eine vegane Ernährung interessieren.

Hier findet ihr mehr Infos und eine Leseprobe.

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