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Vegan ist bunt. Vegan ist vielfältig. Vegan ist spannend, von A bis Z. Heute geht es weiter mit der Serie „The Vegan ABC“. In Zukunft werdet ihr alle 14 Tage – jeden zweiten Dienstag – über ein Thema aus der veganen Welt lesen, ob über „B-Vitamine“ bei B, „Genuss“ bei G oder „Zukunft“ bei Z. Viel Spaß!

 

Heute in der Mittagspause unterhielt ich mich mit meinen Kollegen über das Thema Weihnachtsplätzchen – der Jahreszeit angemessen. Meine Kollegin erzählte mir von einem Backbuch mit veganen Rezepten zur Weihnachtszeit, das nur leider findet, dass Zucker böse ist und in keinem Fall in den Teig kommt. Alle Rezepte seien auf Gesundheit ausgelegt und gingen auf Kosten des Geschmacks. Wir waren uns daraufhin alle einig, dass in ordentliche Weihnachtskekse Zucker gehört und dass ja schließlich auch das psychische Wohlbefinden maßgeblich an der menschlichen Gesundheit mitwirkt. Auf den Zucker verzichten, nur damit’s gesünder ist? Ach nö…

Nicht dass ihr mich falsch versteht: Ich bin sicher, dass es tolle Rezepte für Kekse auch ohne Zucker gibt. Wenn die mit Zucker vielleicht auch ein wenig leckerer sind. Wie dem auch sei – dieses Gespräch erinnerte mich daran, wie entscheidend die eigene Einstellung zum Thema Verzicht einen Einfluss auf unser Essverhalten hat.

Verzicht ist nicht gleich Verzicht

Es ist ja meist so: Wenn jemand erfährt, dass wir vegan leben, kommt als höchstens drittens die Aussage, dass er/sie auf Salami, Schimmelkäse oder das Frühstücksei nie verzichten könne. Gerade in einer Gesellschaft wie der unseren, wo eine Unzahl an Lebensmitteln überall und fast jederzeit zur Verfügung stehen, bekommen viele Menschen Schweißausbrüche, wenn sie ihre tägliche Ration Leberwurstbrötchen und Milchkaffee gefährdet sehen. Dass vegan sein bedeutet zu verzichten haben wir also gleich am Anfang an der Backe. Und lasst uns nicht drumrum reden: Es bedeutet ja auch zu verzichten. Und zwar auf Fleisch, Fisch, Milch und deren Produkte, Eier, Leder, Wolle, Seide und jede Menge andere komische Sachen, die man leider aus Tieren machen kann und macht. Wir essen/kaufen/tragen diese Produkte nicht – somit verzichten wir auf sie. Ganz einfach.

Aber Achtung: Verzicht ist nicht gleich Verzicht. Für mich hat dieses Wort eindeutig immer einen viel zu negativen Beigeschmack – dabei ist das gar nicht nötig, solange der Verzicht freiwillig ist. Ich verzichte nicht auf diese Dinge, weil ich muss, sondern weil ich will. Das liegt einfach in der Natur der Sache: Für mich sind tierische Produkte einfach keine Lebensmittel mehr. Warum sollte ich sie da essen wollen? Es fällt mir ja auch nicht schwer darauf zu verzichten, Gras, Kaninchenfutter oder Pappkarton zu essen (obwohl diese Dinge unbestreitbar einen Nährwert haben). Genauso verzichte ich auf Drogen, Zigaretten, körperliche Gewalt, RTL2 und den Weihnachtsstress – einfach weil ich darauf nicht die geringste Lust habe. Und das fühlt sich meistens ziemlich gut an.

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Verzicht ist sexy

Glücklicherweise leben wir in einer Welt, in der Verzicht manchmal auch sexy sein kann. Bei Amazon gibt es 1.573 Bücher zum Thema „Fasten“ – wir mir scheint gibt es noch mehr Menschen, die beim Thema Verzicht nicht gleich Panikattacken bekommen. Dinge im Leben einfach mal wegzulassen, von denen wir wissen oder zumindest ahnen, dass sie uns nicht guttun, kann der Beginn von etwas ganz Wunderbarem sein. In den letzten Jahren habe ich immer mal wieder während der Fastenzeit versucht auf Zucker zu verzichten – was ein ausgenommen schwieriges Unterfangen war, da Zucker ja nun wirklich fast überall drin ist. Meistens hat diese Zeit dazu geführt, dass ich danach meinen Zucker-Konsum noch lange stark reduziert habe – und alles Süße viel mehr genießen konnte. Mein Start in den Verzicht auf tierische Produkte hat wiederum ein ganz anderes Ergebnis gehabt: Ich wusste sofort, dass ich dabei bleiben will.

Wie bei allem ist die Überzeugung entscheidend für unser Handeln: Der Verzicht auf tierische Produkte ist für mich kein „echter“ Verzicht – und daher auch nicht verhandelbar. Der Verzicht auf Zucker zum Beispiel erscheint mir aus gesundheitlichen Gründen immer wieder logisch und sinnvoll – ich setze ihn aber trotzdem immer nur zeitweise um. Vielleicht kommt auch hier irgendwann der Punkt, wo es in meinem Kopf klick macht und der Zucker aus der „Ungesunde-aber-leckere-Lebensmittel“-Ecke in die „Lecker-aber-kein-Lebensmittel-mehr“-Ecke wandert. Spätestens dann werde ich mir das Weihnachts-Backbuch von meiner Kollegin ausborgen und zuckerfreie Kekse backen. Auch wenn’s nicht ganz so lecker ist…

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