Claudi goes “Deutschland is(s)t vegan”

Liebe „Deutschland is(s)t vegan“ Freundin,
lieber „Deutschland is(s)t vegan“ Freund,

schön, dass du hier bist. Und auch schön, dass auch ich hier sein darf. Es freut mich sehr, neben meinem Blog “Claudi wird vegan” nun auch für Deutschland is(s)t vegan schreiben zu dürfen. Ich werde euch aus meiner Geburts- und Heimatstadt München berichten.

Wie kam es zu „claudi wird vegan“?

1982 geboren wurde ich 1991 zur Vegetarierin. In der Schule legten wir im Handarbeitsunterricht die Tische mit der Tageszeitung aus. Dort war ein Schwein abgebildet und „Lende, Schinken, Haxe, …“ waren beschrieben. Kaum daheim sprach ich meine Mama darauf an, die mir erklärte, dass in jedem Burger, Schnitzel, Lasagne die ich so esse, tote Tiere stecken.
Und dann war Schluss. Von einem Tag auf den anderen wollte ich „so was“ nicht mehr essen.

Ende 2010 las ich dann „Tiere essen“. Zuerst dachte ich mir noch, was das denn bei einer langjährigen Vegetarierin (immerhin 20 Jahre!) schon bewirken soll. Aber es ging sehr schnell, dass mir (auch anhand diverser Aufklärungsmöglichkeiten online) bewusst wurde, dass Milch und Ei genau solche Verbrechen an den Tieren darstellen, wie das Fleisch tut. Nach tiefergehenden Recherchen meinerseits war klar, dass ich die Qualen von Hühnern und Rindern nicht mit meiner Tierliebe vereinbaren kann und so wurde ich vegan und bin es nun seit dem 10.01.2011.

Und ich bleibe es auch. Soviel steht fest. Was mich jedoch derzeit begeistert, ist das Thema vegane Rohkost. Hier werde ich im Frühjahr eintauchen und mich vier Wochen lang rohköstlich ernähren. So viel zum Thema „Claudis Vorschau auf 2012“.

Aber kommen wir erst mal zurück zum vegan werden, sein und bleiben!

Am ersten Tag meines Veganseins habe ich begonnen zu bloggen. Was anfangs wie ein Tagebuch für mich allein gedacht war, in dem ich jederzeit nachlesen kann, was ich gekocht habe, was ich dazu gelernt habe, wurde doch recht schnell verbreitet und bekannt. Mittlerweile gibt es nicht nur einen Blog, sondern auch eine Website, eine Facebook Seite, sowie einen youtube Kanal. Ich war im Radio zu hören und im Fernsehen zu sehen und bin gespannt, was noch so passiert und freue mich darauf.

Zurück zum Thema: „Was sollte man wissen, vor dem Einstieg in das vegane Leben?“ oder „Claudis Tipps für einen guten Start!“

  • Mach dich nicht selbst fertig, wenn etwas mal nicht gleich auf Anhieb klappt. Keiner kann von heute auf morgen komplett vegan sein. Und du kannst nichts falsch machen. Jeder noch so kleine Schritt vom Tierleid weg zu kommen, ist der richtige! Also stress dich nicht.
  • Informiere dich vor dem Veganwerden, wie du welche wichtigen Nährstoffe auf pflanzlicher Basis erhältst. Eine kurze und wirklich sehr schnelle Zusammenfassung, ohne groß ins Detail zu gehen:

Calcium = Sesam (2 TL/Tag) und dunkle, grüne Gemüsearten
Omega 3 Fettsäuren = Leinöl (1 EL/Tag)
Zink = Vollgetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse
Eisen = gib auf dein Müsli Orangensaft, das verbessert die Eisenaufnahme. Eisen ist u.a. in Vollgetreide, Nüssen, Fenchel, Feldsalat, Ruccola, Zucchini, Spinat, getrockneten Datteln vorhanden.
Eiweiß = Getreide, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte
Vitamin D = raus in die Sonne

  • Leider ist immer wieder davon die Rede, eine vegane Ernährung sei ungesund. Es kann auch durchaus passieren, dass dein langjähriger Hausarzt, zu dem du viel Vertrauen hast, dir davon abrät. Dabei ist jedoch gegen eine gut geplante/überlegte vegane Ernährung NICHTS einzuwenden. Bedenke bitte, dass die Fleisch- und Milchkonzerne seit Jahrzehnten viel Geld in deren Kampagnen stecken, die auch noch vom Staat subventioniert werden! Natürlich wird man krank, wenn man sich ausschließlich von Sojapudding und Pommes ernährt. Aber:…
  • … online findest du viele tolle Möglichkeiten, dich mit anderen Veganern auszutauschen, oder gar Veganer in deiner Stadt oder deiner Gegend zu finden. Es gibt in jeder größeren Stadt Tierrechtsgruppen oder vielleicht finden ja sogar bereits vegane Treffen statt! Bis heute (und nun bin ich doch schon fast ein Jahr lang vegan) bin ich auf keinen „Stinkstiefel“ gestoßen. Im Gegenteil: jeder hilft gerne, also scheue dich nicht Fragen zu stellen.
  • Vegansein ist schon eine kleine Herausforderung der ich mich jedoch gerne stelle. Du solltest einfach das ein oder andere bedenken und auch bereit sein, mal voraus zu planen. Beispiel: wenn ich abends ein Konzert besuche, bereite ich für den Tag nicht nur mein Mittagessen, sondern auch ein Abendessen bzw. eine kleine Zwischenmahlzeit vor.
  • Es geht nicht nur um das was du zu dir nimmst, sondern auch um Dinge die du anziehst, verschenkst oder für deine Wohnung kaufst. Denke daran, dass auch für Leder, Wolle (oder gar Pelz!) Tiere Qualen erleiden. Seit ich vegan bin kaufe ich auch nur noch vegane Geschenke für meine „Fleischfreunde“! So wirklich gemerkt, hat das noch niemand.
  • Kochen und backen ist toll und macht Spaß! Lade doch mal deine Fleischfreunde zu einem veganen Abendessen ein.
  • Überleg dir gut, wem du von deinem neuen Leben erzählst. Ich habe meine Kollegen beispielsweise erst so richtig nach fast einem Jahr eingeweiht, bzw. haben sie es einfach anhand meiner Facebook Aktivitäten festgestellt. Meine besten Freunde hingegen haben ziemlich schnell davon erfahren. Und es natürlich auch gut aufgenommen (sonst wären sie nicht meine Freunde, obwohl ich wirklich viele Fleischfreunde habe). Meine Familie war und ist eine tolle Unterstützung für die ich jeden Tag aufs Neue dankbar bin. (Beim Thema Familie noch eine Info am Rande: mein Papa wurde im Frühjahr diesen Jahres mit 51 Jahren Vegetarier, mein Bruder mit 19 ebenso, nachdem wir eine Vorlesung von Karen Duve besucht haben. Meine Mama ist nach und nach mit mir von der Vegetarierin zur Veganerin geworden. Ich bin stolz auf alle drei!)
  • Lass dich nicht dumm anreden. Du magst zwar anders sein, als viele andere, aber DU bist die/der Schlaue. DU machst es richtig!

Sollte ich dir auf irgendeine Art und Weise behilflich sein können, so melde dich jederzeit gerne bei mir. Und sonst freue ich mich darauf ein Teil von „Deutschland is(s)t vegan“ zu sein.

xoxo & tofu
claudi

Über Claudi
Claudia Renner wurde 1982 in München geboren und mit 8 Jahren, als sie erfuhr, dass sie mit jedem Burger, Schnitzel, Lasagne und Wurstbrot Tiere isst, zur Vegetarierin. Im Januar 2011 ist Claudi nachdem sie „Tiere essen“ gelesen hat vegan geworden. Am ersten Tag ihres neuen Lebens startete sie den Blog “Claudi goes vegan”. Dieser wird mehrmals wöchentlich aktualisiert und mit viel Herzblut in Tagebuch-Form geschrieben. Mittlerweile ernährt sie sich größtenteils "rohvegan" - ihr gleichnamiges Buch erschien bei compassion media. Seit Frühjahr 2013 ist Claudia Renner als "Beraterin für Ihren veganen Neustart" tätig. Sie lebt in und bloggt aus München.

2 Comments

  1. Ich bin mächtig stolz auf dich. Du bist ein Vorbild für mich. Sehr gerne lebe ich Vegan und fühle mich enorm gut dadurch. Weiter so. Herzlichst deine Mutschka

  2. Hallo Claudia,

    seit sechs Monaten bin ich Vegetarierin und nun auf dem Wege zur veganen Ernährung. Deine Seite gefällt mir sehr gut und ist sehr hilfreich für mich. Vielen Dank für die Infos zu veganen Lokalen und Geschäften. Das “Himmel Herrgott” werde ich mir als erstes ansehen. Bin übrigens durch meine Tochter Vegetarierin geworden, da sieht man mal, welch’ (guten) Einfluss Töchter auf ihre Mütter haben ;-)

    Nochmal danke für die schöne Seite – Lisa

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