Der erste Spieler im deutschen Leistungssport, von dem ich erfuhr, dass er vegan sei, war Eishockeyspieler Christopher Fischer. Und dann spielte er zu der Zeit auch noch bei einem Top-Club wie Adler Mannheim. Das ist nun schon länger her und viele deutsche Spieler und Athleten sind seinem Beispiel gefolgt. Insbesondere im Eishockey, dieser knallharten Sportart, werden außergewöhnlich viele Spieler zu Veganern – mehr als im Fußball derzeit. Mittlerweile hat es ihn nach Iserlohn verschlagen, wo er nach wie vor in der höchsten deutschen Spielklasse als Führungsspieler mit viel Power-Play-Zeit verteidigt.

Was hat dich dazu veranlasst, deine Ernährung zu überdenken und wie lange ist das her?

Für mich standen an erster Stelle ethische Gründe. Ich habe mich angefangen dafür zu interessieren, woher mein Essen kommt. Das war vor über 5 Jahren. Ich habe dann sehr schnell auf vegetarisch und kurz darauf auch auf vegan umgestellt.

Wie hat sich die Umstellung körperlich ausgewirkt?

Durch die Umstellung habe ich überhaupt erst angefangen, mich mit Ernährung zu beschäftigen und realisiert, wie wichtig es ist. Ich esse seither viel gesünder und ausgewogener. Dadurch fühle ich mich fitter, frischer, aktiver und bin weniger müde.

Wie war damals die Reaktion deiner Mitspieler und wie ist sie jetzt nach dem Vereinswechsel?

In jeder Mannschaft gibt es hin und wieder mal einen Scherz darüber. Aber auch viele Mitspieler sind sehr interessiert und stellen Fragen. Einige haben auch teilweise eine vegane Ernährung oder vegane Supplemente in ihren Alltag und Speiseplan integriert.

Konntest du vielleicht den ein oder anderen Spieler inspirieren?

Ich denke und hoffe ja. Sowohl in Mannheim als auch Iserlohn haben sich einige Jungs mit dem Thema befasst. Viele der Jungs verzichten vor allem auf schädliche Kuhmilchprodukte.

Adler Mannheim vs. Straubing Tigers,
DEL Eishockey Adler Mannheim 2015 / 2016,
© Copyright: AS Sportfoto / Soerli Binder

Was hat Iserlohn in Sachen Einkaufen und Essengehen zu bieten? Kann es mit Mannheim, deiner vorherigen Spieler-Station, mithalten?

Leider gibt es gastronomisch in Iserlohn und Umgebung nicht so viele Möglichkeiten, wie es in Mannheim gab. Daher koche ich mehr zuhause und probiere gerne neue Sachen aus.

Kannst du uns einen Einblick in deine tägliche Ernährung geben? Unterscheiden sich Trainingstage von Spieltagen?

Morgens gibt es immer ein großes Müsli: gekeimtes Müsli (Keimster) mit gekeimten Hanfsamen und gekeimten Buchweizen (Naturarten), Kakaonibs, Macapulver und Reismilch. Dazu immer etwas frisches Obst (Birne, Banane oder Apfel).

Mittags: Bevorzugt Reis, Quinoa oder Kartoffeln mit Gemüse. Es dürfen auch mal Nudeln sein.

Abends wie mittags ;-)

Ich versuche, dazwischen immer Obst als Zwischenmahlzeiten einzubauen und viel Wasser zu trinken.

Wann und was isst du vor dem Spiel, was in den Drittelpausen und was danach?

Ich esse in der Regel fünf bis sechs Stunden vor dem Spiel die letzte große Mahlzeit. Ich esse nicht anders als an anderen Tagen.

Zwei Stunden vor dem Spiel noch ein Apfel oder Banane, dann während des Spiels eigentlich nichts mehr. Während und vor  dem Spiel trinke ich gerne Kokoswasser.

Wie organisierst du deine Ernährung bei Auswärtsspielen oder in Hotels?

Bei Auswärtsspielen gehe ich gerne in den Städten in Restaurants essen. Somit bin ich ungebunden vom Angebot des Hotels.

Was ist deine Lieblingsproteinquelle?

Ich bin süchtig nach gekeimten Hanfsamen :D

Nimmst du Supplemente?

Ja, ich nehme Vitamin B12, D3, K2 und BeGreen Reisprotein.

Kochst du selbst und was ist dein Lieblingsgericht?

Mein Lieblingsgericht sind Burritos, gefüllt mit schwarzen Bohnen und Avocado.

 

Adler Mannheims vs. Augsburger Panther, DEL Eishockey Adler Mannheim 2015 / 2016, © Copyright: AS Sportfoto / Soerli Binder

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