10 einfache Tipps für mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Teil 1: Vitamin D

Der erste Tipp der 10-teiligen Reihe hat eigentlich noch gar nichts mit Essen zu tun, sondern setzt noch einen Schritt davor an. Aus meiner Sicht gibt es zweiSupplemente, die jeder vegan und vegetarisch lebende Mensch zu sich nehmen sollte, bevor er überhaupt überlegt, wie sein Speiseplan aussehen soll. Einmal das Vitamin D und einmal B12. Dies hat nichts damit zu tun, dass eine vegane Ernährung nicht natürlich ist und Supplemente braucht, sondern lediglich damit, dass unser gesamtes Leben ein ganzes Stück weit anders gestaltet ist, als das unserer Vorfahren aus vergangenen Zeiten.

Das „Sonnenvitamin“ schützt vor Krankheiten und ist eine wichtige Basis eines gesunden Lebensstils.

Im ersten Teil geht es um ein Vitamin, das eigentlich gar keines ist. Vitamin D ist ein Hormon, das im menschlichen Körper eine Fülle an Aufgaben erfüllt. Es ist an wichtigen Regulierungsvorgängen im Körper und den Zellen beteiligt. Ausreichend Vitamin D kann das Krankheitsrisiko erheblich beeinflussen. Wenn wir ausreichend Vitamin D aufnehmen, schaffen wir eine wichtige Basis für unsere Gesundheit. Und das Beste daran ist, dass es der Körper – unter Sonneneinstrahlung – ganz einfach selber produzieren kann. Und genau da liegt auch der Haken: Ohne ausreichend oberkörperfreie Zeit an der Mittagssonne während den wirklich sonnenreichen Tagen im Jahr ergibt sich schnell eine Unterversorgung, deren vielfältige Auswirkungen erst nach und nach bekannt werden. Während wir früher viel Zeit an der Sonne und der frischen Luft verbracht haben, verbringen wir heutzutage oft den Tag über in geschlossenen Räumen, die eine direkte Sonnenbestrahlung verhindern. Egal ob omnivor oder herbivor – die meisten Menschen in unseren Breitengraden erleben mit einer Extraportion Vitamin D eine Steigerung ihres Wohlbefindens und ihrer Vitalität.Wie viel man wirklich braucht und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen, möchte ich nachfolgend beleuchten.

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Das „Sonnenvitamin“ Vitamin D gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine (diese sind A-D-E-K) und wird bei ausreichender UVB-Bestrahlung vom Körper selbst gebildet. Die Ernährung trägt mit 5-10 % nur einen unwesentlichen Teil zur Deckung des Tagesbedarfs bei. Dass die körpereigene Synthese bei unserer heutigen Lebensweise in den meisten Fällen nicht ausreicht, zeigt die nationaler Verzehrsstudie II, laut der mehr als zwei Drittel der Bevölkerung die Referenzwerte der täglich empfohlenen Dosis an Vitamin D nicht erreichen. Diese ist von Seiten der offiziellen Institutionen bereits sehr weit unten angesiedelt, weshalb die tatsächliche Unterversorgung womöglich noch weitaus gravierender ist.

Die positiven Auswirkungen einer ausreichenden Vitamin-D-Zufuhr sind dabei sehr vielfältig. Wirft man einen Blick auf die relevante Literatur so scheint die Vitamin D Versorgung in Verbindung mit einer Vielzahl an Krankheitsbildern wie Dickdarmkrebs, Brustkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen zu stehen, um nur einige zu nennen. Hierzu findet sich durchaus auch widersprüchliche Literatur, aber eine Tendenz lässt sich aus meiner Sicht bereits ableiten.

Umstrittene Zufuhrempfehlungen

Lebt man also nicht in einem der Teile der Welt mit kontinuierlichem täglichen Sonnenschein, rate ich zu einer Supplementierung mit Vitamin D3 in Tropfenform. Vitamin D3 wurde ursprünglich aus tierischen Substanzen synthetisiert, ist heutzutage allerdings auch vegan erhältlich. Eine erste Hürde nach der Auswahl des richtigen Präparats stellt allerdings auch die Frage nach der täglichen Dosis dar. Diese Schwierigkeit ergibt sich aufgrund stark abweichender Empfehlungen verschiedener Institutionen und unabhängiger Experten. Die offizielle Empfehlung der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) liegt bei 20 Mikrogramm ( µg) pro Tag für Erwachsene bei fehlender Eigensynthese. Das entspricht 800 Internationalen Einheiten (IE). Der von mir überaus geschätzte Dr. Michael Greger empfiehlt (wie andere Experten auch) eine Supplementierung von 50 µg (2.000 IE) Vitamin D pro Tag. Diese Empfehlung deckt sich auch mit der eingangs erwähnten Metaanalyse zum Dickdarmkrebsrisiko, bei der 25 – 50 µg (1000-2000 IE) als ungefährlich und gesundheitlich vorteilhaft eingestuft wurden.

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Wie wirksam einzelne Präparate sind und ob die tägliche Dosis zu hoch oder zu niedrig ist, verraten in Wahrheit erst die Laborwerte. Der aussagekräftigste Parameter ist aus meiner Sicht die Speicherbestimmung mit Hilfe des Calcidiol-Werts (25-OH-D oder auch 25-OH-Cholecalciferol genannt). Das amerikanische „National Institute of Health“ (NIH) spricht von einer optimalen Versorgung bei einem 25-OH-D-Wert von 50-125 nmol/L (entspricht 20-50 ng/mL), wobei aus meiner Sicht der optimale Wert im oberen Drittel dieser Spanne (ab 100 nmol/L) zu suchen ist.

Ein guter Weg erscheint mir, eine Blutprobe zu entnehmen, um den Status Quo des 25 (OH)D Serumwertes zu erfahren. Dieser kann bereits einen guten Anhaltspunkt für die tägliche Einnahmemenge darstellen. Meine Empfehlung lautet daher:

– Ich empfehle zu Beginn den sicheren Weg mit einer Zufuhr von 50 µg (=2.000 IE) mit einem Vitamin D3-Präparat in Tropfenform zu gehen. Diese Empfehlung übersteigt keinen der „Upper Level“ der Ernährungsgesellschaften und Empfehlungen und ist daher mit Sicherheit unbedenklich.

– Sollte bei dieser täglichen Gabe ein Level an 25-OH-Cholecalciferol im Serum von 100-125 nmol/L (40-50ng/mL) erreicht werden, halte ich diese Dosis nach meinem aktuellen Kenntnisstand für ausreichend. Sollte dieser Wert auch nach wiederholter Kontrolle in ausreichenden zeitlichen Abständen nicht erreicht werden, erachte ich eine progressive Steigerung in 25- µg-Schritten (1000 IE) für angemessen bis zum Erreichen des gewünschten Wertes. Diese Maßnahme sollte aber unter Aufsicht eines Arztes geschehen.

Anmerkung: Die hier besprochenen Werte und Empfehlungen gelten als Präventivmaßnahmen zur Vorbeugung von Erkrankungen. Die Zufuhrempfehlung kann bei erkrankten Personen variieren. Ebenso gilt diese Empfehlung lediglich für Erwachsene Menschen. Der Bedarf von Schwangeren, Stillenden, Kindern und Senioren kann davon abweichen. Dieser Artikel gilt als Hilfestellung und ersetzt nicht den Rat eines Arztes. Er spiegelt meinen aktuellen Kenntnisstand nach bestem Wissen und Gewissen wider. Nichtsdestotrotz befindet sich sowohl die Wissenschaft generell, als auch mein persönlicher Wissensstand in einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, so dass nicht auszuschließen ist, dass sich die hier besprochenen Werte und Empfehlungen zukünftig ändern können.