„Ist Sahne in der Soße? Und könnte ich den Auflauf bitte auch ohne Käse haben?“ sind die typischen Fragen, warum mir konventionelle Speisekarten mit Fleisch- und Fischgerichten meist keine Freude bereiten. Und wenn dann am Ende doch nur ein Beilagenteller übrig bleibt, weiß ich, warum ich recht selten auswärts essen gehe. Aber trotz wiederkehrender Enttäuschungen gibt es sie, die Sternchen am nicht veganen Gastro-Himmel. Einer davon funkelt mitten im 1. Wiener Bezirk: Das Restaurant Lebenbauer. Eine Lokalität, in der ich wohl nicht alle Tage esse, sondern viel mehr ein Ort für einen besonderen Anlass. Im Lebenbauer ist der Gast wirklich König – das spiegelt sich nicht nur in der persönlichen Begrüßung durch die Chefin des Hauses oder im umsichtigen Service während des Essens wider.

Phantasievoll und lecker von der Vorspeise bis zum Dessert

Hat man erst einmal am fein eingedeckten Tisch mit Stoffservietten, Zierbändern, goldenem Geschirr und Kerzenlicht Platz genommen, folgt der kulinarische Gruß des Hauses. Ein kleiner Hinweis an den Kellner genügt und schon wird eine vegane Aufstrich-Variante mit Kräutern und Sonnenblumenkernen zum gemischten Brotkörbchen aufgetragen. In der Speisekarte gibt es zwar nur die Rubrik „vegetarisch“, aber daraus sind (fast) alle Gerichte auch rein pflanzlich möglich – das weiß die Bedingung auf Anhieb und ohne Nachfragen in der Küche. Egal ob Rohkostsalat, Suppe oder Hauptgang, das Repertoire der Speisen ist phantasievoll und bunt gemischt und reicht von sowohl wunderbar klingenden als auch schmeckenden Kreationen wie „Süßkartoffel-Kokossuppe mit Quitten“, „Tofu auf Kastanienragout mit Lauch, Zwetschken und violettem Kartoffelpüree“ bis hin zu „Dinkeltortelloni mit Lauchfülle, Blattspinatsoße und Gemüse“.

Wer die Gänge nicht einzeln aus der Karte zusammenstellen möchte, kann auch das vorgeschlagene Menü mit Weinbegleitung wählen – selten habe ich so viel Flexibilität bei der (Neu-) Kombination der einzelnen Komponenten erlebt.

Der Härtetest für jedes Restaurant findet bei mir am fast am Ende des Essens statt. Nämlich dann, wenn ich erfahre, was die Küche in punkto „süßer Abschluss“ zu bieten hat. Und auch hier erfreut mich das „Lebenbauer“ mit einigen veganen Dessert-Optionen: Die lauwarme Polentacreme mit Fruchtspiegel und Vanillepudding ist schon mal traumhaft lecker. Jetzt fehlen nur noch die Mohnterrine und die schokoladigen Kreationen in einer veganen Version.

Fazit: Ein wunderbares Restaurant mit raffinierten Geschmackskompositionen und super Service, wo ich gerne hingehe, wenn es etwas Besonderes sein soll!

Vollwertrestaurant Lebenbauer
Teinfaltstraße 3,
1010 Wien
www.lebenbauer.eu

Öffnungszeiten:

Mo.-Fr.11:00 – 15:00 &17:30 – 22:30

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