Sie ist auffallend und sehr modisch, sie macht Musik – zwischen Elektro und Pop – und sie lebt vegan. Wir haben uns mit der Sängerin der Band „Notic Nastic“ im Kopps zu einem Gespräch getroffen und haben viele Einblicke in ihr Leben gewinnen dürfen. Sie hat uns teilhaben lassen, an dem was gerade passiert – bei ihr und in der veganen Szene. Schließlich ist Notic Nastic mitlerweile fast überall anzutreffen, wo ein veganes Event stattfindet – wie auch diesen Samstag beim Vegan-Vegetarischen-Sommerfest auf dem Alexanderplatz in Berlin. Zu recht, wie wir finden, denn die Sängerin ist nicht nur sehr sympathisch sondern hat auch eine angenehme und sehr positive Einstellung zur veganen Lebensweise.

Notic NasticErstmal „Danke“, dass Du Zeit gefunden hast für uns. Wie geht es dir und was ist gerade bei dir los?
Mir geht es sehr gut! Ich fühle mich wohl, mit dem was ich machen darf. Außer Musik gibt es da das Modeln und verschiedene andere Projekte. Schwerpunkt ist hierbei aber immer die Musik und ganz aktuell liegt der Fokus natürlich auf dem neuen Album. Es entwickelt sich momentan so viel. Wir arbeiten viel mit Menschen aus Italien, Finnland,England…eben internationalen Künstlern zusammen, mit vielen Experten Videomachern, Fotografen etc. – es ist alles sehr spannend.

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Woher kommt der Name „Notic Nastic“?
Es ist eine Kombination aus „hypnotisch“ und „fantastisch“.  Es entstand aus einer spontanen Idee heraus: wir haben viele verschiedene Wörter auf den Boden gelegt und alles verschoben und getauscht etc.,  bis ein Kunstwort entstand: Notic Nastic.

Was hat sich verändert vom alten zum neuen Album? Wo siehst du eure persönliche Entwicklung?
Das neue Album ist ein bißchen ruhiger aber auch ein bißchen straighter. Es hat eine direktere Aussage und Bedeutung. Ich habe mich auch verändert, ich weiß mehr was ich will und möchte mich eben ausdrücken können. Trotz unserer „verrückten“ Ader, wir sind alle sehr arty in der Band, möchte ich auch Sachen machen, die geerdeter sind, vielleicht ein bißchen mainstream, so daß mehr Leute es verstehen und mögen.

Was sind Schwerpunkte in deinen Lyrics?
Ich möchte nicht zu viel über die Zukunft reden  – lasst euch überraschen. Aber eine Sache ist klar: Veränderung ist ein großes Thema und Bewusstsein ist wichtig. Wir (die Menschen) müssen erkennen und verstehen – die Dinge einfach sehen lernen. Wichtig ist dann, nicht nur zu schimpfen, sondern selbst Teil der Veränderung zu werden. Genau das versuche ich durch positive Energie auch selbst. So kommen die Leute zu mir und sind durch das was ich tue inspiriert und wollen dann selbst etwas verändern. Das funktioniert so gut, weil ich nicht mit gehobenen Zeigefinger vor ihnen stehe, sondern es einfach vorlebe. Ich bin der festen Ansicht, daß, wenn man eine positive Ausstrahlung hat, die Leute neugierig werden und fragen, woher diese kommt. Ich persönlich sage nicht jedem direkt, dass ich vegan bin. Die Leute sehen mich und meine Ausstrahlung und fragen:“Whats your secret?“

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Ist Veganimsus auch ein Thema in deiner Band?
Wir sind alle vegan. Wir sagen das nicht direkt jedem und arbeiten auch nicht „nur“ mit Veganern zusammen – das wäre dann vielleicht ein wenig limitiert, von dem was wir machen könnten. Aber oftmals laden wir die Leute dann auch zum Essen zu uns nach Hause ein und dann probieren sie alles. So übernehmen sie durch ihre Begeisterung gerne etwas und kochen zu Hause nach. Bei Touren oder Auftritten schreiben wir dann natürlich schon, dass wir ein veganes Catering haben wollen. Das klappt oft sehr gut, manchmal aber auch leider nicht. Weil die Leute nicht immer genau wissen, was sie anbieten sollen: es gab dann auch schon Chips und Pizza und Salat und dann wieder eine andere Sorte Chips (lacht) – dann kann es schonmal ein bißchen schwer werden ‚on the road‘. Wir bringen aber eh immer was mit und genießen dann zusammen.

Was ist neben dem Veganismus deine Lebens- und Gesundheitsphilosophie?
Ich bin allgemein interessiert an einer gesunden Balance. Ich bin vegan, aber das ist mein einziges „festes“ Prinzip. Ich probiere einfach, auf meinen Körper zu hören, und bewege mich viel, mache Yoga. Aber alles nicht dogmatisch, sondern eher entspannt. Ich habe gemerkt, daß es Leute abschreckt, wenn ich zu dogmatisch bin. Es inspiriert sie mehr, wenn sie sehen, daß es mir gut geht, ich gesund bin und eine positive Ausstrahlung habe. Ideal ist immer, mit Essen zu überzeugen. Ich lade häufig zu Dinnerpartys ein. Ich kann das, denn ich habe geübt und die Gäste sind immer begeistert von dem, was ich so mache. Sie sagen dann: “ Oh wow! Das schmeckt alles so gut! Was ist das???“ Sie sind neugierig und inspiriert. I try to show the easy side of life!

Warum bist du Veganerin geworden?
Ich war Vegetarierin, als ich nach Deutschland kam und hier gab es so viel Käse. Ich hab am Anfang immer Käse gegessen und habe irgendwie bemerkt, daß es mir nicht so gut tut. Ich dachte dann bei mir,daß der intensive Konsum nicht normal ist und irgendwie übertrieben. So habe ich mich dann entschieden, Käse und andere tierischen Produkte einmal wegzulassen. Mit der Zeit habe ich dann mehr und mehr über Veganismus gelernt und jetzt fühle ich mich sehr gut damit: es ist gesünder, ich bin bewusster geworden, die ethischen Gründe passen zu mir, da ich Tiere liebe – und ich muss sie ja nicht aus gesundheitlichen Gründen essen. Es geht wunderbar ohne! Außerdem ist es  ökologischer, sich pflanzlich zu ernähren. Ich finde es immer interessant, wie verbunden Menschen mit Essen zu sein scheinen. Es ist nicht leicht, Menschen umzukonditionieren. Aber es ist schon ein Prozess, in dem wir uns befinden und der erste Schritt in die richtige Richtung.

Was ist denn für dich das Beste an veganer Ernährung?
Das beste für mich ist, so viele neue Sachen zu entdeckt. Wenn Leute erfahren, daß man vegan lebt, dann kommt immer wieder die gleiche Frage: „Was isst du dann eigentlich noch? “ – „Trockene Blumen“, sag ich dann, „…“oder nur Salat.“ (lacht) – NEIN! Natürlich nicht! Ich finde man isst viel mehr, viel abwechslungsreicher. Wie immer bei Veränderungen, müssen erst alte Regeln aufgebrochen und Neues ausprobiert werden. Als Veganer hat man meiner Ansicht nach eine größere Auswahl. Ich wusste z.B. vorher nicht, was Hefeflocken sind und wofür man sie gebrauchen kann. Jetzt weiß ich es und mag sie. Genauso sieht es mit Gewürzen oder Hülsenfrüchten aus, oder mit neue Gemüsesorten wie Pastinaken etc. Die Palette ist viel größer geworden.

Hast du auch körperlich einen Unterschied bemerkt, seitdem du dich vegan ernährst?
Ja, ich bin fitter geworden. Ich mache jetzt mehr Sport. Ich gehe bewusster mit mir um, höre meinem Körper mehr zu. Genau wie jeder andere, bin ich ich jedes Jahr ein bißchen schlauer, ich lese mich in die Themen hinein, die mich interessieren, wie eben beim Veganismus. Insgesamt kann ich sagen, daß ich mich besser fühle als vor 5 Jahren. Ich bin beweglicher und viel  zufriedener mit mir und meiner Umwelt.

Gehst du in Berlin viel vegan essen? Wenn „ja“, wo? Hast du einen „Favourite Veganplace“?
Ich denke das Kopps ist mein Lieblingsrestaurant. Ich bin häufig hier, komme gerne zum Brunch hier vorbei, gehe aber auch gerne ins Veganz. Ich mag das Rohkostbrunch dort sehr – die Auswahl ist groß und es schmeckt einfach toll. Auch das Viasko in der Nähe des Kotti mag ich gerne. Ich koche aber auch sehr viel selbst für mich und für Freunde. Ich probiere gerne Sachen aus, bleibe neugierig – und in Berlin tut sich ja immer viel in die Richtung. Ich gehe aber nicht immer „nur“ vegan aus. Auch in „normalen“ Locations findet man immer etwas Veganes, z.b. Pizza ohne Käse. Ich sage immer Bescheid und die Leute stellen sich dann auf mich ein – Kommunikation ist alles. In Berlin ist es eben nicht schwer, so zu leben und die meisten Leute in der Gastronomie wissen, was „vegan“ bedeutet. Gott sei dank! Das ist schon ein riesen Unterschied zu vielen kleineren Städten. Aber es geht noch besser: Ich war letzte Woche in Wien beim Naschmarkt. Dort ist alles gelabelt, also deklariert, was vegan ist und was nicht. Das ist ja auch hier momentan im Gespräch und es wäre so hilfreich, wenn dies umgesetzt werden würde.

Was ist du am liebsten?
Ich mag Nüsse mit Cranberries und Physalis. Es gibt eine bestimmte Nussmischung aus dem Drogeriemarkt und die ist wirklich mein Lieblingsessen: Verschiedene Nusssorten mit getrockneten Physalis, Himbeere und Cranberries. Das ist mein Powerfood für unterwegs. Und Pasten aller Art liebe ich, Nusspasten, Cashewkäse, aber auch Rohkost mag ich, besonders Rawcheesecake :)

Was ist denn das Schwierigste am Veganimsus?
Das Schwierigste aus meiner Erfahrung ist es, den Leute gut zu vermitteln, was man da tut. Viele verstehen das nicht. Ich meine, es ist wirklich einfach, vegan zu leben! Das sage ich immer wieder. Aber wenn sie sehr fest mit dem konservativen Lebensstil verankert sind, dann kennen sie diese Alternativen nicht. Klar, die Möglichkeiten sind nicht in jeder Stadt gegeben, besonders in kleineren Städten dauert es noch, bis eine Veränderung zu sehen sein wird. Auch manche Kulturen, wie z.B. auch die Franzosen, sind sehr verbunden mit dem Fleischkonsum. Es ist ihnen nicht klar, dass es auch eine Ernährung geben kann, ohne tierische Produkte. Dennoch: Wir befinden uns mittendrin in einem Prozess der Veränderung. Das Bewusstsein schaffen ist das A und O – wenn wir nicht drüber sprechen und diese Philosophie aufzeigen und vorleben, wie sollen die Menschen dann sonst darauf kommen und motiviert werden?! Am Besten sollte man es schon den Kindern in den Schulen beibrigen, wie das mit der Milch funktioniert! “ Ist es wahr, daß Milch gut ist für uns ist? Oder ist es nicht eher so, dass Milch schlecht ist und eher Kalzium aus unserem Körper und unseren Knochen herrauszieht?“  Es sollte uns aber auch bewusst sein, daß es ist nicht immer leicht ist, eine große Veränderung anzugehen. Dafür braucht man Mut und Kraft. Und genau das schreckt viele ab! Ich kann das verstehen, aber trotzdem, man muß es riskieren! Vegan zu werden, war eine meiner besten Entscheidungen! Und es ist nicht immer leicht für mich, zu sehen, wie schleppend die Veränderung vor sich gehen kann. Man wünscht sich ja auch, daß alle anderen es genau so verstehen, es ist doch alles so offensichtlich!!! Trotzdem sage ich nicht immer direkt, daß ich vegan bin. Mein großes Thema ist, Sachen zu tun! Zu handeln!!! Ich arbeite viel mit veganen Unternehmen zusammen: für Kosmetikprodukte, ich arbeite mit Blogs, Labels, halt viel in der Szene. Und genau dadurch werden die Menschen neugierig. Wir von Notic Nastic wollen eine Revolution – eine Bewusstseinsrevolution!  Ich denke, daß ist heute schon seltener in der Musikszene. Ich persönlich sehe momentan nicht so viele John Lennons wie früher. Wir wollen Leute motivieren, positiv unterstützen, ihnen mehr Liebe ins Herz bringen um bewusster und offener zu werden.

Was würdest du die für eine Veränderung wünschen für die vegane Szene?
Ich denke wir sollten nicht so negativ denken und uns so vom Rest der Gesellschaft trennen: „Es gibt uns und die Bösen!“ Das halte ich nicht für richtig. Ich denke es ist wichtig, mit Charme und positiver Energie zu überzeugen, offen zu sein, dann kommen die Leute von ganz alleine und sind am veganen Lebensstil interessiert. Ist man „angry“, dann bekommt man nur „angry vibes“ zurück, das habe ich im Leben gelernt. Macht doch mal ein Experiment: geht auf die Straße und lächelt die Leute die euch entgegenkommen an, dann wird es zurück kommen, diese positive Energie. Wenn ihr griesgrämig über die Straße geht, werdet ihr die negative Energie zurückbekommen. Etwas mehr Entspannung und Geduld würde ich mir insgesamt wünschen. Wir sind aber auf dem richtigen Weg.

Vielen Dank für das tolle Interview und die offenen Einblicke in dein Leben!

 

Verlosung beendet!

Wer uns bis zum 5.09. um 12 Uhr hier einen kleinen Gruß hinterlässt, nimmt an der Verlosung für das Album „Fullscreen“ statt. Bitte denkt daran, eine korrekte E-Mail-Adresse zu hinterlassen, damit wir euch im Falle eines Gewinnes kontaktieren können. Selbstverständlich wird eure E-Mail-Adresse für nichts anderes verwendet. Viel Glück!