Bereits seit seiner Kindheit ist die Küche sein künstlerisches Refugium. Die bunten Farben der frischen Lebensmittel und die Vielfalt an Möglichkeiten sich kreativ zu widmen, lassen Serkan Tuncas Herz bis heute höher schlagen. Seine Ausbildung zum Koch ist mittlerweile 20 Jahre her.
Seit 2010 lebt und kocht er  ausschließlich vegan und arbeitet erfolgreich als Küchenchef eines namhaften veganen Restaurants in München. Er hält Seminare und Workshops, in denen er zeigt, wie einfach, abwechslungsreich und bunt es sein kann, vegan zu leben und zu kochen. Er möchte Menschen dafür begeistern, sich mit ihrer Ernährung zu befassen und sie selbst, frisch und mit Freude zuzubereiten. Kochen ist und bleibt einfach seine große Leidenschaft – beruflich und privat! Wir freuen uns sehr, dass er für uns Zeit für ein Interview gefunden hat.

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Privat lebst du bereits seit 2010 vegan. Wie kam es dazu, was waren die Beweggründe?

Bei mir war das eigentlich reiner Zufall. Bin ja gelernter Koch, aber hatte bis dato keine Berührungspunkte mit dem Thema Vegan. Ich habe damals einen Zeitungsartikel gelesen, indem ein Redakteur eine Woche lang ausprobiert hat vegan zu leben und über seine Erfahrungen schrieb. Es ging darum wie schwer das alles sei und er sich das nie vorstellen könnte, weil für ihn das Alles zu aufwendig wäre.
Das hat mein Interesse geweckt, auch aus beruflicher Sicht. Ich wollte wissen, wie man Lebensmittel wie Milch, Eier und Co durch pflanzliche Alternativen austauschen kann.
Somit habe ich angefangen mich sofort am nächsten Tag damit auseinanderzusetzen und das Internet zu durchforsten und daheim auszuprobieren. Somit kam ich auch auf die Themen Tierrecht, Ausbeutung der Umwelt und der Menschen weltweit in Berührung. Nach einem Monat Testphase war das für mich die einzig logische Ernährungsweise, die ich mit meiner persönlichen, politischen und sozialen Einstellung vereinbaren kann.

Wie würdest du die Entwicklung in den 6 Jahren beschreiben?

Die Entwicklung in Deutschland ist in den letzten 6 Jahren sehr vorangeschritten. Als ich damals vegan wurde, war es unmöglich eine Sojamilch im normalen Supermarkt zu bekommen. Vegane Alternativen im gastronomischen Bereich waren höchstens in einer Großstadt wie Berlin zu finden – aber nicht in Bayern. Mittlerweile hat sich aber sehr viel getan in den Städten, bundesweit. Es ist viel einfacher geworden auch unterwegs was rein pflanzliche Angebote zu finden.
Aber es ist nicht nur die Ernährung, die vorangeschritten ist. Sondern auch vegane Kleidung, vegane Pflegeprodukte und mehr. Vegan findet immer mehr Zuspruch und etabliert sich nach und nach in der Gesellschaft. Veganer sind keine Öko-Hippies, wie es sich die breite Masse früher so vorgestellt hat. Es zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Das merkt man z.B. beim Thema: Veganer Kleidung. Da gibt es junge Menschen, die richtig coole Mode in vegan herstellen und das auch noch Bio und Fairtrade. Da wäre z.B. Bleed aus Helmbrechts, ein qualitativ hochwertiges Streetware Label. Also kann man sagen, dass in den letzten 6 Jahren Angebot & Nachfrage stetig steigen.

Was bedeutet vegan heute für dich? Und was würdest du denen mitgeben, die heute starten möchten?

Vegan bedeutet für mich nicht nur sich gesund zu ernähren. Vegan leben ist eine Lebenseinstellung, Essen ist keine Privatsache mehr. Wir alle können mit unserer Ernährung die Welt, in der wir leben, ein Stück besser machen, in dem wir einfach bewusster mit all unseren Ressourcen umgehen.
Ich möchte am liebsten allen Menschen da draußen sagen: Tut es, probiert es aus! Es ist heute einfacher vegan zu leben als je zuvor. Euer Körper, eure Umwelt und die Tiere werden es euch danken. Natürlich stehe ich immer gerne mit Tat und Rat zur Seite, wenn jemand noch Schwierigkeiten hat.

Als gelernter Koch hast du dich 2011 auch beruflich umgestellt. Ging das denn so einfach?

Ich habe früher in Oberfranken gelebt. Da war es für mich beruflich unmöglich vegan zu kochen. Leider ist das vegane Angebot dort immer noch ausbaufähig . Daher war für mich die einzig logische Konsequenz: Ab in die Großstadt. Ich habe mich damals in München im Max Pett beworben und wurde auch prompt genommen. Dort habe ich zwei Jahre gearbeitet habe, bevor ich dann nach Berlin gezogen bin, um weitere vegane Erfahrungen zu sammeln.

Seit 2,5 Jahren bist du nun Küchenchef im größten veganen Restaurants Bayern, dem bodhi in München. Gehst du selbst überhaupt noch in nicht „rein vegane Restaurants“ zum Essen?

Klar gehe ich gerne noch selber Essen. Weil mich es auch beruflich sehr interessiert wie andere Restaurants kochen. Obwohl ich 8-10 Stunden am Tag in der Küche stehe, kann ich es nicht lassen mich mit veganem Essen zu beschäftigen. Für mich ist es nicht nur ein Beruf, sondern meine Bestimmung. Ich liebe das Kochen und Essen.

Du zeigst in deinen Gastro-Schulungen bestehenden Küchenteams wie sie vegane Speisen zubereiten und in ihren Küchenablauf integrieren können. Ist es für die Restaurants nicht viel zu teuer und aufwendig zusätzlich etwas Veganes anzubieten?

Vegane Angebote sind nicht unbedingt teurer. Einige Grundzutaten vielleicht. Aber das gleicht sich wieder aus, weil vegane Speisen viel besser haltbar sind und keine besondere Lagerung oder Hygienevorschriften notwendig sind, wie bei der Lagerung von Fisch, Geflügel, Eier oder Fleisch. Die meisten Hygienestandards basieren darauf, was man bei der Handhabung und Lagerung von tierischen Produkten beachten muss. Außerdem gewinnen Gastronomen neue Kunden mit einem veganen Angebot. Ich hatte erst letztens zwei urbayerische Lokale bei mir in der Schulung, die mir mitgeteilt haben, dass sie immer mehr Gäste haben, die rein pflanzlich speisen wollen. Somit ist es auch unumgänglich sein Küchenteam professionell zu schulen.

Gibt es denn eine vegane Kochausbildung?

Nein, leider gibt es keine vegane Kochausbildung in Deutschland. Wer in Deutschland Koch werden will, muss zwangsläufig tierische Produkte in der Berufsschule und Ausbildung verarbeiten. Das einzige was es gibt ist eine Zusatzausbildung für gelernte Köche zum vegetarischen Koch.

Mit welchem veganen Gericht konntest du die Küchenteams bisher am Besten beeindrucken?

Am besten könnte ich bis jetzt mit meiner veganen Mousse Au Chocolat und selbstgemachtem Seitan, beeindrucken.

Wir sind gespannt. Vielen Dank lieber Serkan.

*** GEWINNSPIEL ***

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Gewinnberechtigt ist jeder Facebook User, der unsere Geschenkaktionanweisungen befolgt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Deine Daten werden ausschließlich im Rahmen der Geschenkaktion genutzt, um die Gewinner zu ermitteln.

 

Mehr Infos:

Serkan Tunca Bavarian Vegan Headchef
Brehmstraße 20
81543 München
www.serkan-tunca.de

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Serkan Tunca.

Foodmatic

 

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