Eine neue, sehr schöne und informative Webseite ist uns vor kurzem ins Auge gefallen: High five vegan. Hier findet ihr alles, was ihr an Basic-Wissen zum Thema Vegane Ernährung braucht. Wir haben uns mit Benjamin unterhalten, dem Macher von High five vegan. 

Was findet man auf High Five Vegan?

High Five Vegan bietet fundierte, detaillierte und praxisnahe Informationen rund um die vegane Ernährung. Die Schwerpunkte liegen dabei zum Einen auf den bei einer veganen Ernährung potenziell kritischen Nährstoffen und zum Anderen auf dem High Five Ernährungskonzept, welches auf dem Ernährungsfächer mit den fünf Lebensmittelgruppen (= die „High Five“) aufbaut. Zielgruppen sind Interessierte und Einsteiger sowie erfahrene Veganer, die noch die ein oder andere Wissenslücke haben oder sich einfach „up-to-date“ halten möchten, aber ebenso Fachleute wie z. B. Ernährungswissenschaftler, Ernährungsberater oder Mediziner, die sich einen Überblick über das Thema vegane Ernährung verschaffen wollen.

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Findet man nicht schon genügend Infos im Internet zu diesen Themen?

Die Idee für eine umfassende Informationsseite zur veganen Ernährung ergab sich für mich daraus, dass im deutschsprachigen Raum keine solche Seite existierte und verlässliche Infos zur veganen Ernährung rar und bloß vereinzelt auf Blogs und Websites zu finden waren. Zudem kursieren nach wie vor einfach viel zu viele Fehlinformationen im Netz. Vegan-Neulinge können da meist nicht die Spreu vom Weizen trennen und verlassen sich häufig auf diese Fehlinformationen. Die Folge: Es entstehen falsche Erwartungen, die Halb- oder Unwahrheiten werden weitergegeben, die Ernährung wird suboptimal zusammengestellt und irgendwann kommt die Enttäuschung, weil man sich nicht wohl fühlt und erfährt, dass vieles nicht gestimmt hat, an das man geglaubt hat. Im schlimmsten Fall wird dann der Schluss gezogen, dass vegane Ernährung nicht funktioniert und es wird zurück zu vegetarisch oder omnivor gewechselt (und das nicht-vegane Umfeld fühlt sich noch bestätigt in der Annahme, dass vegan doch nicht funktionieren kann). Dem will High Five Vegan mit voller Kraft vorbeugen, indem Infos und Tipps bereitgestellt werden, auf die man sich verlassen kann, weil sie wissenschaftlich fundiert und in der Praxis bewährt sind. Unfehlbar ist High Five Vegan zwar auch nicht, aber der Anspruch ist definitiv hoch.

Besonders wichtig ist mir als Gründer der Website auch noch, jeden dazu aufzurufen, Ernährung „ganzheitlich“ zu betrachten. Ernährung hat immer mit Ethik, Gesundheit und Ökologie zu tun. In der Wissenschaft, aber auch in der Gesellschaft allgemein, wird häufig nur der gesundheitliche Aspekt berücksichtigt, weshalb Diskussionen über Ernährung an der Realität vorbei gehen – denn die ist dreidimensional. Veganer machen häufig den Fehler, dass sie auch vorwiegend auf der Gesundheits-Schiene argumentieren. Das kann nur schief gehen – denn aus rein gesundheitlicher Sicht würde eine Ernährung mit hohem pflanzlichen Anteil ausreichen, um optimale gesundheitliche Effekte zu erzielen. 100 Prozent pflanzlich wird erst dann notwendig, wenn wir uns (hier und heute) mit dem ethischen Aspekt befassen. Davon wollen so viele Menschen aber nichts hören, weil sie dadurch an ihre inneren und die gesellschaftlichen  Widersprüche erinnert werden, was ihnen ein schlechtes Gefühl bereitet. Die Reaktionen fallen meist aggressiv und ablehnend aus. Daher trauen sich viele Veganer gar nicht mehr, offen zu sagen, dass sie eigentlich wegen der Tiere und der ganzen unnötigen Grausamkeiten und haarsträubenden gesellschaftlichen Widersprüche vegan leben. Um die vegane Bewegung langfristig voran zu bringen, ist Ehrlichkeit aber das wichtigste. Halbwahrheiten und Versprechen, die nicht gehalten werden können, fliegen irgendwann auf und dann um die Ohren derer, die sie verbreiten, auch wenn sie das vielleicht unwissend oder mit guten Intentionen getan haben. Das wirft die vegane Bewegung dann weit zurück. Klar, die Menschen wollen einfache Antworten, aber das Thema „vegan“ ist komplex und tiefsinnig. Man sollte die Leute positiv und einfühlsam an das Thema „vegan“ heranführen, aber eben auch ehrlich – was keinen Widerspruch bedeutet. High Five Vegan möchte also auch dazu aufrufen, das Thema Ernährung „dreidimensional“ zu sehen.

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Wie hast du diese Seite realisiert?

Die Inhalte habe ich alle über zwei Jahre neben neben meinem Zweitstudium der Ernährungswissenschaften verfasst und optimiert (eine never ending story…). Irgendwann habe ich den Ernährungsfächer auf ein Papier gekritzelt und mir verschiedene Icons und auch das High Five Pärchen (siehe Banner) ausgedacht. Damit bin ich zu einer Grafikerin gegangen, der ich über die gesamte Idee zur Website erzählte. Sie setzte das „Gekritzel“ dann grafisch um und entwarf weitere Icons und das Template für die Seite. Als das geschafft war, wandte ich mich an einen Webdesigner, der schließlich die Seite mit all den Grafiken aufbaute. Finanziert habe ich alles aus eigener Tasche. Derzeit ist alles non-profit. Wie es weitergehen soll, steht noch in den Sternen und hängt von meiner beruflichen Zukunft ab.

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Was machst du sonst so?

Ich beschäftige und habe mich schon immer in meiner Freizeit viel mit dem Thema Ernährung und gutem Essen beschäftigt. Nachdem ich mein Psychologie-Studium abgeschlossen hatte, war es klar für mich, dass ich mit meiner Leidenschaft für die vegane Ernährung um ein Studium der Ernährungswissenschaften nicht herum kommen werde. Im Sommer diesen Jahres werde ich dieses Studium abschließen, das mich die letzten drei Jahre über voll in Anspruch genommen hat. Das Kochen ist in dieser Zeit vom genussvollen Hobby leider etwas zur täglichen Notwendigkeit verkommen. Dafür konnte ich meine kulinarischen Highlights umso öfter im veganen Café meiner Freundin erleben, dessen Aufbau ich so gut ich konnte mit unterstützt habe. Berufliche Pläne gibt es derzeit noch keine konkreten, aber in jedem Fall möchte ich nicht in der Forschung tätig werden, sondern die vegane Ernährung raus „an den Mann und die Frau bringen“ und meine Kapazitäten und Fähigkeiten so gut es geht der veganen Sache widmen.

Schaut euch die Seite High five vegan unbedingt mal an!

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