Vegan ist bunt. Vegan ist vielfältig. Vegan ist spannend, von A bis Z. Heute geht es weiter mit der Serie „The Vegan ABC“. In Zukunft werdet ihr alle 14 Tage – jeden zweiten Dienstag – über ein Thema aus der veganen Welt lesen, ob über „B-Vitamine“ bei B, „Genuss“ bei G oder „Zukunft“ bei Z. Viel Spaß!

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 „Wir brauchen nicht so fortzuleben, wie wir gestern gelebt haben. Machen wir uns von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.“CHRISTIAN MORGENSTERN

 

Ich bin an sich kein experimentierfreudiger Mensch. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Wenn ich etwas Neues ausprobieren soll, bin ich anfangs ziemlich zurückhaltend – nicht, weil ich nicht neugierig wäre, sondern vielmehr, weil ich Angst vor einer Enttäuschung habe. Bei dem, was ich schon kenne, weiß ich, ob ich es mag oder eben nicht, und werde nicht überrascht. Vor allem nicht negativ.

Als ich mich entschloss, mich vegan zu ernähren, war sie auch da, diese Angst, enttäuscht zu werden. Das klang ja alles ganz toll, was ich da so im Internet fand, und das riesige Angebot an Rezepten erstaunte mich. Aber trotzdem: Was, wenn sich das Ganze als Seifenblase entpuppte? Was, wenn die dargestellten Leckereien nicht das einlösten, was sie versprachen? Was, wenn Vegan gar nicht so super war, wie es mir erschien? Ich hatte nur eine Wahl: Ausprobieren. Und da ich ein vorsichtiger Mensch bin, entschied ich mich zunächst für eine vierwöchige Testphase.

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Neue Lebensmittel

Ich könnt euch denken, dass es dabei nicht blieb. Schon die erste Woche überzeugte mich vollends, so dass ich die Testphase gleich strich und mich fortan als Veganerin bezeichnete (was auch ungemein hilfreich ist, denn wenn man sich selber erst mal diesen Stempel aufdrückt, kann man schlechter wieder zurück… falls doch Zweifel aufkommen). Meine Sorgen waren also einmal wieder vollkommen unbegründet gewesen.

Da es, wie ihr wisst, nicht zu einer abwechslungsreichen pflanzlichen Ernährung führt, wenn man einfach aus bekannten Gerichten alle tierischen Produkte weglässt, musste ich mich zwangsläufig mit neuen Rezepten auseinandersetzen. Ich hatte auch bisher schon gern gekocht, es mir aber doch mit einer mehr oder weniger altbekannten und eingeschleiften Auswahl bequem gemacht. Damit war jetzt Schluss. Neue Zubereitungsweisen mussten her, und neue Lebensmittel. Und vor allem die Suche nach und das Kennenlernen von Letzteren war für mich eine große Bereicherung. Was es nicht alles für Produkte gab, die ich sonst keines Blickes gewürdigt hatte!

Quinoa – das Gold der Inka

So zum Beispiel das wunderbare kleine Korn namens Quinoa. Schon der Name klingt so außergewöhnlich und macht neugierig. Quinoa stammt aus Südamerika und wird dort seit mehreren tausend Jahren angebaut. Es wird zum Beispiel auch „Inkakorn“ oder „Gold der Inka“ genannt und dient den in den Anden lebenden Menschen als Grundnahrungsmittel. Umso erstaunlicher ist es, dass so viele Menschen in Europa Quinoa gar nicht kennen. Dabei ist es so ein Kraftpaket. Es ist reich an Eiweiß und enthält dabei alle essentiellen Aminosäuren. Außerdem kann es mit vielen Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen aufwarten. Und zudem: Quinoa ist glutenfrei und somit perfekt für Menschen mit Glutenunverträglichkeit.

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Ach ja: Lecker ist es auch noch, nussig und ganz leicht bitter. Eine tolle Abwechslung für jeden, der Reis oder Pasta nicht mehr sehen kann. Zum Beispiel zusammen mit gebratenem Wirsing, getrockneten Tomaten und gerösteten Haselnüssen. Mmhhh…

Quinoa ist für mich das beste Beispiel für die vielen weiteren Lebensmittel, auf die ich im Zuge der Umstellung auf vegane Ernährung gestoßen bin. Amaranth, Hirse, Agavendicksaft, Hefeflocken, Miso, Algen, Räuchertofu, Süßkartoffeln, Reismilch… ich frage mich, ob ich diese Produkte, die ich mittlerweile wöchentlich bis täglich verwende, überhaupt kennengelernt hätte, wäre ich nicht Veganerin geworden. Manchmal macht mir das rückblickend ein wenig Angst: Wir ist mein Leben bloß vorher abgelaufen? Bin ich mit Scheuklappen durch die Welt gelaufen? Es fühlt sich fast so an, als wären all diese Leckereien für mich höchstpersönlich erst erfunden worden.

Neues Leben

Ich habe durch die Umstellung auf vegane Ernährung nicht nur viel über Ethik, Tierrechte und tolles Essen gelernt. Sondern auch jede Menge über mich. Dass ich doch experimentierfreudiger bin als ich dachte. Dass ich durchaus fähig bin, mein Leben umzukrempeln, auch wenn der Angsthase in mir mich davon abhalten will. Und dass es die größte Bereicherung ist, Neues in sein Leben einziehen zu lassen. Weil man sonst Gefahr läuft, die besten Dinge gar nicht kennenzulernen. Zum Beispiel Quinoa.

 

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