Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für seine Liebsten braucht oder auf der Suche nach einem Reiseziel über die Weihnachtstage oder im neuen Jahr ist, dem kann ich Texel nähestens ans Herz legen. Im Oktober diesen Jahres hatte ich das Glück, einige Tage auf der wunderschönen Nordseeinsel zu verbringen.
Texel gehört zur niederländischen Provinz Nordholland, genauer gesagt zu den westfriesischen Inseln und begeistert mit wunderschöner Natur, langen weißen Sandstränden und einem großen Angebot an biologischer Landwirtschaft und veganem Essensangebot.
Von Berlin gibt es eine direkte Verbindung mit dem Zug nach Amsterdam. Von Amsterdam geht es in einer Stunde nach Den Helder und schließlich von dort aus mit der Fähre zur Insel Texel.
Und schon alleine die Überfahrt ist ein Highlight und katapultiert in sofortige Urlaubsstimmung. Oben auf Deck stehen, das Meer riechen, den Möven beim Sinkflug und Begleiten des Schiffs zuschauen und vor sich die Insel im Sonnenuntergang betrachten – Herz was willst du mehr?!

Texel Strand

Wie wohnt und isst man auf Texel?

„Schoutenhuys“

Erstes Ziel nach Ankunft: das „Hotel De Lindeboom“. Ein schnuckeliges 3-Sterne Hotel im Herzen von Den Burg, dem einzigen Ort auf der Insel mit städtischem Charakter. Das Hotel besitzt rundum nostalgischen Charme, immerhin geht seine Geschichte bis zurück ins Mittelalter. Für 70,00€ die Nacht bekommt man hier ein Doppelzimmer inkl. Frühstück mit ausreichend veganem Angebot. Das Abendessen im hoteleigenen Restaurant „Schoutenhuys“ überrascht mit sehr gelungenen und veganen Gerichten wie „Wildkräuersalat und gedünstetes Gemüse mit Rotebete-Chips und frischen Sprossen“ oder „Artischockenblätter an gebratenen Shiitakepilzen“. Tatsächlich werden die eigentlich japanischen Pilze auf Texel angebaut und geerntet und so versucht das Restaurant so viele lokale Lebensmittel wie möglich in seinem Menüplan zu integrieren und den Gästen anzubieten. Gewählt werden kann zwischen der A-la-Carte-Auswahl zu ansprechenden Preisen oder einem kulinarischen Angebot von kalten und warmen Mini-Gerichten, den sogenannten „Texel-Tapas“.

Schoutenhuys

Restaurant Schoutenhuys im Hotel De Lindeboom

„Strandpaviljoen Kaap Noord“

Am nördlichsten Zipfel der Insel Texel, dort wo die Landschaft mit langen, weißen Sandstränden ins Meer übergeht und Leuchttürme, die in vergangenen Zeiten für die Sicherheit der Schifffahrt sorgten, zur Besichtigung stehen, findet man sich nach langen Spaziergängen gerne im „Strandpaviljoen Kaap Noord“ ein und stärkt sich zum Beispiel mit frischen Salaten, gebratenem Gemüse oder den sensationellen dicken holländischen Pommes Frites. Die Preise sind moderat und der Ausblick auf die Nordsee und der Sand zwischen den Zehen unbezahlbar.

Strandpaviljoen Kaap Noord

Strandpaviljoen Kaap Noord

„Boutique Hotel Texel“

Wer sich einmal besonders verwöhnen möchte, dem lege ich das „Boutique Hotel Texel“ ans Herz. Für 100,00€ im Doppelzimmer bekommt man eine gehobene Übernachtungsmöglichkeit. Das ganze Hotel ist frisch renoviert und bietet einen ansprechenden kleinen Spa-Bereich mit Schwimmbad, Finnischer- sowie einer Dampfsauna. Die Umgebung ist ruhig, mit Blick auf lange Wiesen und weite Kornfelder. Von der Terrasse des Spabereichs sieht man in der Ferne die Sonne untergehen.
Im Erdgeschoss befindeen sich ein gemütliches Kaminzimmer und der große Esssaal. Hier wird mit Vorliebe mit lokalen und frischen Qualitätsprodukten direkt vom eigenen Bauernhof „Hoeve Nieuw Breda“ gearbeitet. Dort, auf den rund 170 Hektar, werden Kartoffeln, Zwiebeln, Getreide und Zuckerrüben angebaut, die dann im Topf des hoteleigenen Kochs landen und zu tollen Gerichten verarbeitet werden. „Salate mit frischem Obst an einer Birnenvinaigrette“, „Zitronenrisotto mit Pilzen an grünem Spargel“ oder „Selbstgemachtes Mango- und Zitronensorbet mit frischen Früchten“ – die Karte im Restaurant bietet viele vegetarische und vegane Angebote und gerne werden auch eigene Wünsche entgegen genommen und umgesetzt. Die Preise sind etwas gehobener, Vorspeise und Suppe ab 6,00€, Hauptgang ab 20,00€.
Das Frühstücksbuffet im „Boutique Hotel Texel“ verdient allerdings besonderer Aufmerksamkeit. In Schraubgläser gefüllt kommen viele verschiedene Müslizutaten daher, die man sich selbst zusammenmischen kann: Gepopptes Quinoa, Hanfsamen, Gojibeeren, Chiasamen, Trockenfrüchte, Maulbeeren und Nüsse, dazu frische Früchte und einen Sojalatte ebnen einen perfekten Start in den Tag.

Boutique Hotel Texel

Boutique Hotel Texel

„Opduin“

Kulinarische Höhepunkte gibt es im „Opduin“. Im Westen der Insel am Nationalpark und weißen Sandstränden gelegen, befindet sich das „Grand Hotel Opduin“ mit gleichnamigem Restaurant. Der verglaste Esssaal mit Blick auf die wunderschönen bewachsenen Dünen läd mittags wie abends zu einer kreativen Küche ein. Slowfood wird hier groß geschrieben und das bedeutet Fokus auf regionale Produkte, die lokal verarbeitet werden und qualitativ einen hohen Anspruch haben. Die Karte bietet zwar auch gemischte Gerichte an, alles kann allerdings veganisiert und/oder selbst zusammengestellt werden. Und das was dann serviert wird, ist auch wirklich etwas fürs Auge. Frisch gebackenes Brot mit einer Auswahl an Olivenölen und einer Tomatensalsa, verschiedene Gemüse aufgespiesst wie auf einen Schiffsmast oder gebratenes Tempeh an Meeressalat und schwarzen Karotten sind nur einige Beispiele für ein wirklich ausgefallenes veganes Angebot. Die Preise sind für das Ambiente und die Strandnähe absolut ok: Vorspeise ab 9,50€, Hauptgang ab 22,00€.

Grand Hotel Opduin

Grand Hotel Opduin

Was kann man erleben auf Texel?

Neben dem wirklich leckeren und abwechslungsreichen Essensangebot hat die Insel Texel noch einiges mehr, was es zu entdecken gilt. Texel ist 23,7 km lang und 9,6 km breit, ihre Fläche beträgt gerade mal 169,82 Quadratkilometer. Das Wetter beschenkt mit 1650 Sonnenstunden pro Jahr – Ideal um die Insel zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu entdecken.

Im Nordwesten der kleinen Insel liegt das Naturgebiet „De Slufter“. „De Slufter“ ist das einzige Gebiet in den Niederlanden, wo das Meer ungehindert einströmen kann. Was eine atemberaubende Landschaft an unterschiedlichsten Pflanzen und Tieren zur Folge hat. Zu Fuss oder mit dem Fahrrad ist das Gebiet am Besten zu erkunden. Hier kommt man zur Ruhe und kann mal wieder richtig durchatmen – versprochen.

Texel Hafen und Strand

Das Landgut „De Bonte Belevenis“ ist meines Erachtens ein absolutes „Muss“ für alle Texelbesucher.
Hier zeigt sich in zwei Scheunen eine bunte Welt selbstgestalteter Kleinigkeiten, die nicht nur bestaunt, sondern auch gekauft werden können. Von Kerzen, sebstgeschöpftem Papier, Seifen bis hin zu einer Bäckerei und einer Destillerie, in der Bier und Whisky hergestellt wird – alles kann schon im Prozess begutachtet werden, denn man sieht die Handwerker bei der Arbeit. Der Hintergrund ist neben der Erschaffung eines kreativen Ortes, in dem gelernt, gearbeitet und verkauft wird auch die Idee, behinderten oder eingeschränkten Menschen die Möglichkeit eines positiven Arbeitsumfeldes zu bieten – und das ist hier rundum gelungen. Hier macht es einfach Spaß zu entdecken und auszuprobieren – egal ob man Kind oder Erwachsener ist.

De Bonte Belevenis

De Bonte Belevenis

Mein persönliches Highlight – neben all den schönen Erlebnissen auf Texel – war der Besuch des Salzlandbaus „Zilt Proefbedrijf“. Hier werden Gemüse, Kräuter und Pflanzen auf salzhaltigem Grund angebaut und mit Salzwasser bewässert. Eine kleine Führung über das Arial zeigt, das dies nicht unmöglich erscheint. Hier wachsen neben Tomaten, Kürbispflanzen und Kartoffeln auch verschiedene Algensorten und sogar Amarant. Alles ist ökologisch und wird in liebevoller Zusammenarbeit der Familie um Marc van Rijsselberghe angebaut, gepflegt und geerntet. Und durch den Salzgehalt im Wasser ist der Geschmack der Produkte wirklich einzigartig.

Zilt Proefbedrijf

Zilt Proefbedrijf

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