Heute sprechen wir im Interview mit der Reisebloggerin Daniela Schott, die seit ca. 5 Monaten auch auf ihrer persönlichen veganen Reise ist. Daniela hat über einen veganen Freund von uns gehört und war sofort begeistert von all den Infos, die sie auf unserer Webseite fand. Sie hat uns dann kontaktiert und wir fanden ihren Weg so spannend, dass wir sie euch heute im Interview vorstellen möchten.

Hallo Daniela! Erzähl mal ein bisschen über dich!

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Hallo, schön, dass ich hier sein darf! Ja, also nach meinem Studium habe ich einige Jahre bei Lego im Marketing gearbeitet, habe dann aber gekündigt, um mir einen lang gehegten Traum zu erfüllen: eine Weltreise. Insgesamt war ich ein Jahr unterwegs, von Südostasien über Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien und die Osterinsel bis nach Südamerika. In dieser Zeit habe ich festgestellt, wie viel Kraft und Energie es mir gegeben hat, mir endlich meinen Traum zu erfüllen und mich selbst zu verwirklichen. Und diese Erkenntnis möchte ich jetzt auch an andere weiter geben.

Ah ok, und wie machst du das?

Ich habe unter anderem einen Blog gegründet. Auf FlipFlopWetter.de schreibe ich über das Reisen und Zero Waste, also eine nachhaltige Lebensweise. Zero Waste ist eine Bewegung, bei der es darum geht, seinen persönlichen Müll weitestgehend zu reduzieren. Es macht Spaß, immer wieder neue Wege zu finden, noch seltener den Müll runter bringen zu müssen… ;-)

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Außer Zero Waste gehört für mich zum Thema Nachhaltigkeit auch noch ein Leben als Minimalist. Das kam ganz automatisch durch meine Weltreise, denn ich hatte einfach nur einen sehr beschränkten Platz in meinem Rucksack und habe festgestellt, mit wie wenig Besitz ich eigentlich auskommen kann. Jetzt reduziere ich meine restlichen Besitztümer nach und nach immer weiter, sodass ich nur noch die Dinge behalte, die ich wirklich brauche und sehr gerne mag, und überlege, bevor ich etwas neues kaufe, ob ich es auch wirklich brauche.

Aber auch die vegane Ernährung gehört für mich zu diesem Gesamtkonzept dazu, denn wenn ich meine Klimabilanz verbessern will, dann komme ich an diesem Thema einfach nicht vorbei.

Für mich ist das alles ganz stark miteinander verbunden, ich sehe das alles als einen großen Kreis, der sich für mich nun endlich schließt.

Wie bist du auf die vegane Ernährung gekommen?

Ich habe vor meiner Reise einige heftige Dokumentationen über Massentierhaltung gesehen und die haben mich ziemlich schockiert und wachgerüttelt. Ich habe mir dann gleich ein veganes Kochbuch gekauft, aber der Umstieg fiel mir total schwer. Da dann auch die Reise anstand, habe ich das Thema nochmal auf Eis gelegt, ich wollte im Ausland auch die vielen regionalen Spezialitäten probieren, und die beinhalten ja oft auch Fleisch. Aber als ich dann anfing, mich mit dem Thema Zero Waste zu befassen, kam ich nochmal aus einer anderen Richtung wieder zum Veganismus. Sobald ich dann wieder zu Hause war, habe ich sofort mit einer vegetarischen Ernährung gestartet und bin dann nach ein paar Wochen auf die vegane Ernährung umgestiegen.

Was bedeutet vegan für dich?

Mich vegan zu ernähren bedeutet für mich, dass ich das Quälen von Tieren nicht mehr unterstützen will. Außerdem möchte ich dadurch meine CO2-Bilanz verbessern und somit etwas gutes für die Umwelt tun.

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Als Reiseblogger bist du ja viel unterwegs. Was ist deine größte Herausforderung auf Reisen in Bezug auf die vegane Ernährung?

Das kommt immer sehr darauf an, in welchem Land ich mich gerade aufhalte. In Südostasien ist es beispielsweise viel leichter, sich vegan zu ernähren. Dort kann man es sich auch locker leisten, immer essen zu gehen. Und die haben wirklich total leckere vegane Gerichte! Für die Restaurantsuche sind Apps wie Happy Cow oder Vanilla Bean super! Aber in Europa kann und will ich natürlich nicht immer essen gehen. Da wird es dann oft echt schwierig, wenn ich vom Flughafen komme und dann direkt in ein Meeting muss. Da springe ich dann oft schnell in den nächsten Supermarkt und hole mir entweder Obst oder einen Salat oder Nudeln als Fertiggericht. Das ist dann aber leider meist alles komplett in Plastik verpackt und geht total gegen meinen Zero Waste Lebensstil. Ich will in den nächsten Monaten auf jeden Fall noch daran arbeiten, dass ich besser vorausplane und mir mehr eigene Sachen von zu Hause mitnehme.

Wie nimmt Dein Umfeld Deine vegane Ernährung auf?

Überraschenderweise sehr positiv. Ich hätte mit viel mehr Gegenwind gerechnet. Vor allem von meinen Eltern. Aber die waren da ganz entspannt. Und meine Freunde auch. Bei meiner Geburtstagsfeier habe ich im Vorfeld ewig hin und her überlegt, ob ich jetzt nur vegane Speisen hinstellen soll oder lieber auch Fleisch. Ich war mir nicht sicher, ob ich das den Leuten „antun“ kann. Dann entschied ich mich aber dafür, dass sie es schon mal einen Abend ohne Fleisch aushalten würden und bekam sehr viel positive Rückmeldung zu meinem Essen. Es schmeckte allen sehr gut und ich war total erleichtert!

Was isst du am liebsten? Hast du vegane Lieblingsspeisen?

Ich bin totaler Süßkartoffelfan, seit ich mich vegan ernähre und koche mir oft eine große Gemüsepfanne mit Couscous oder Bulgur und natürlich Süßkartoffeln. Bei meiner Geburtstagsfeier gab es auch eine vegane Mousse au Chocolat und ich war selbst total überrascht, wie gut die schmeckte. Das war auch das erste Mal, dass ich Seidentofu verwendete und es ging auch noch super schnell. Einfach perfekt!

Was sind deine Lieblingslokale?

In München gibt es das Max Pett. Das hat super leckere Gerichte. Ich war dort mit einigen Nichtveganern und auch sie waren beeindruckt, wie vielfältig doch eine Speisekarte in einem Restaurant sein kann. In den meisten Restaurants bekommt man sonst ja doch immer wieder die gleichen Sachen…

Und in London ist mein Favorit das Tiny Leaf. Das wurde erst kürzlich eröffnet und verbindet die vegane Küche mit einem Zero-Waste-Ansatz, was ich natürlich megaspannend finde! Sie bekommen ihre Rohstoffe von Supermärkten und Wochenmärkten und diese Dinge würden normalerweise in die Tonne gehen. Das Restaurant rettet diese Lebensmittel und zaubert daraus ganz tolle Gerichte, die wunderschön auf den Tellern angerichtet werden. Ein sehr gelungenes Konzept!

Was hat sich für dich verändert, seit du dich hauptsächlich vegan ernährst?

Ich fühle mich gesünder und habe mehr Energie. Außerdem falle ich nicht mehr in so ein Mittagstief wie früher. Aber die größte Veränderung für mich ist, dass ich einige Kilos abgenommen habe, obwohl ich momentan nicht so wirklich zum Sport machen komme.

Worüber wirst du bei Deutschland is(s)t vegan schreiben?

Da mir die Themen Reisen und Nachhaltigkeit sehr am Herzen liegen, möchte ich in diesem Bereich bleiben. Das können dann Artikel sein zum Thema „Die besten Tipps für Veganer auf Reisen“ oder „Wie vermeide ich als Veganer Müll“.

Was steht 2016 bei dir noch an?

Ja, meine Reise geht weiter, sowohl noch mehr hin zum Veganismus als auch raus in die Welt. Ich habe momentan schon einige Ziele auf dem Plan, dazu gehören Griechenland, Italien, England und Südamerika, das dann Ende des Jahres. Und ich möchte mich noch mehr damit beschäftigen, wie ich die vegane Ernährung einfacher in meinen Alltag integrieren kann.

Danke für das Gespräch, Daniela!

Mehr Infos über Daniela:

www.flipflopwetter.de