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Heute stellen wir dir Pia Kraftfutter vor. Sie bloggt bei Instagram, veröffentlicht Videos auf Youtube und postet zahlreiche Inhalte zu Themen wie Veganismus und Nachhaltigkeit auf ihrem Blog. Die 27-jährige betreibt ebenfalls einen Podcast „Leben Lieben & Liebe Leben“ mit ihrer Freundin und Kollegin Clara. Dort sprechen die beiden über Themen wie Menstruation, Selbstliebe und Beziehungen, ebenso über alles, was die beiden gerade beschäftigt.

Pia liegt die Natur mit all ihren Lebewesen sehr am Herzen. Sie engagiert sich aktiv für Tierrechte und sorgte beispielsweise mit ihrem Video „Nachts in der Schweinezucht“ für Diskussionen. Wir haben Pia interviewt und konnten mehr über ihre Beweggründe und Interessen erfahren.

Wie bist du zum Veganismus gekommen und aus welchen Gründen ernährst du dich vegan?

Ich war 18 Jahre jung, als ich zum ersten Mal Videos von einer Schlachtung sah. Bis zu diesem Zeitpunkt war es mir nie in den Sinn gekommen viel darüber nachzudenken, dass für Fleisch Tiere umgebracht werden müssen. Mir war nach dem Video sofort klar, dass ich ab sofort nichts mehr konsumieren will, wofür ein Tier gestorben ist. Schnell musste ich feststellen, dass alles was von Tieren produziert wird, ausbeuterische Verhältnisse bedingt. Ich entschied mich dafür alles zu boykottieren, bei dem ich mir sicher war, dass Lebewesen (Menschen & Tiere) dafür unfair behandelt wurden.  Ich lebe nun seit über 6 Jahren vegan, weil mir kein Essen, kein Geschmack und kein Luxus so wichtig ist, dass ich dafür in Kauf nehmen würde, dass andere Lebewesen nicht ausleben dürfen, was ihnen wirklich wichtig ist.

Foodmatic Personal Mixer PM1000

 

Du setzt dich sehr aktiv für Tiere ein und hast vor einigen Monaten ein drastisches Video aus einer Schweinezucht veröffentlicht. Das Video polarisierte extrem, sowohl positiv als auch negativ. Wie waren deine Erfahrungen damit? Würdest du sowas nochmal machen?

In den Stunden nach unserem Einstieg in die Schweinezucht ist mir klar geworden, dass ich mich zuvor noch nie an einem Ort so unfassbar unwohl und schlecht gefühlt habe. Die Erinnerung an all die Lebewesen, die ich in dieser Hölle zurücklassen musste, macht mich immer noch sehr betroffen. Trotzdem bin ich unendlich dankbar für die Erfahrung und vor allem für die Möglichkeit, dass ich alles mit tausenden Menschen teilen konnte. Dass ich nicht nur für die Aktion gelobt, sondern auch angefeindet wurde zeigt mir, dass das Video nicht nur von Veganern gesehen wurde. Ich empfinde es als sehr wichtig, dass Aufnahmen wie diese die „vegane Blase“ verlassen und auch Menschen erreichen, die sich dadurch angegriffen fühlen.

Es schockiert mich allerdings immer wieder, wenn Menschen die Tierquälerei weniger schlimm finden als die Tatsache, dass ich eine Straftat begangen habe. Ich habe viel Kritik von Landwirten bekommen, die sich angegriffen, beleidigt und missverstanden fühlen. Meine Aufnahmen würden ein „schwarzes Schaf“ unter den Tierbetrieben zeigen und eigentlich sähe es überall viel besser aus. Allen sei das Tierwohl vermeidlich superwichtig. Von Tierschützern, die mehrmals im Monat in Betriebe dieser Art einsteigen weiß ich, dass die Zustände auf meinen Aufnahmen leider überhaupt keine Seltenheit sind und der Betrieb aus ihrer Sicht sogar zu den „harmloseren“ gehört. Ich bin einigen Landwirten mit friedlicher Kommunikation entgegengekommen. Dabei habe ich oft gelesen, dass die tatsächliche Motivation sich um Tiere „gut“ zu kümmern darin liegt, dass sie eine Menge Milch oder Eier produzieren sollen und man sie am Ende des Tages verkaufen und schlachten lassen will.

Nachdem ich vor einigen Wochen ganz offiziell und legal einen Bio Demeter Hof besuchen durfte, auf dem Hühner für die Eierproduktion gehalten werden, ist mir noch klarer als zuvor: Immer, wenn Tiere gehalten werden, um etwas von ihnen zu nutzen, werden sie wie Nutztiere behandelt. Sie dürfen niemals all ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben und werden gegen ihren Willen umgebracht, sobald sie keine Leistung mehr erbringen oder fett genug geworden sind. Kein fühlendes Lebewesen hat das verdient. Auch Bio-Hühner müssen jeden Tag ein Ei legen, dürfen weder Brüten noch Nester bauen und werden nach 1 -2 Jahren geschlachtet. Ja, ich würde, will und werde eine solche Aktion nochmal machen. Wenn es sein muss so lange, bis es keine Tierausbeutung mehr gibt.

 

Dein liebstes veganes Restaurant oder Café in Münster?

Auf jeden Fall das Bucks! Köstliche saisonale Küche, die mich jedes Mal aufs Neue überrascht und begeistert.

 

Dein absolutes Lieblingsrezept, welches du mit unserer Community teilen möchtest

Bibimbap. Klingt komisch, schmeckt klasse! Zum ersten Mal auf einem Festival gegessen und dann mit meinem Freund nachgekocht. Könnt ich fast immer essen.

Das Rezept Für 2 Portion/en
3-4 Karotten
1 Zucchini
5 große / 10 kleine Champignons
1 Block (175 g) Tofu (hart)
1/4 Gurke
1 Handvoll Sojasprossen
250 g TK-Spinat
1 Tasse Reis
Pfeffer
Salz
Sauce:
2 EL Gochujang Paste
1-1,5 EL Sojasauce
1 EL Reisessig
1 EL Öl
1 EL Wasser
1 EL Zucker
Zubereitung:
Reis mit 2 Tassen Wasser und etwas Salz nach Packungsanleitung aufsetzen.
Karotten und Zucchini Raspeln.
Champignons und Tofu in Scheiben schneiden.
Gurke in schmale Streifen schneiden.
Spinat zerkleinern, damit er schneller auftaut (bei frischem Spinat natürlich nicht nötig).
Alle Bestandteile der Sauce gut vermischen.
Braten:
Die Zutaten werden alle einzeln kurz in Öl angebraten, gewürzt und beiseite gestellt.
Karotten, Zucchini und Spinat bis sie gar sind anbraten.
Sprossen anbraten und mit etwas Sojasauce ablöschen.
Champignons anbraten, mit Pfeffer würzen und mit Sojasauce ablöschen.
Die Tofuscheiben anbraten bis sie von beiden Seiten goldbraun sind. Dann mit einem Tuch das Öl ausdrücken, damit er die Sauce besser aufsaugen kann. Den Tofu mit der Sauce wieder in die Pfanne geben und noch ein paar Minuten von beiden Seiten anbraten.
Nun kann alles in einer Schüssel schön angerichtet werden.

Glaubst du, dass es zukünftig immer mehr Veganer geben wird und sich die vegane Ernährung irgendwann einmal gegen die „herkömmliche“ durchsetzen kann?

Laut Statistiken entscheiden sich Jahr für Jahr immer mehr Menschen für eine vegane Lebensweise. In meinem Freundes- und Familienkreis wird so wenig vom Tier gegessen wie je zuvor. Auch wenn ich trotzdem riesige Zweifel habe, dass sich die vegane Ernährung jemals so richtig gegen die „herkömmliche“ durchsetzen kann, ist jeder neue Veganer unglaublich wichtig. In meiner Vorstellung inspirieren wir so lange immer mehr Menschen zum Veganismus, bis eines Tages jemand damit erreicht wird, der eine Menge Einfluss hat und beispielsweise dafür sorgen kann, dass tierische Produkte wesentlich teurer werden. Dranbleiben lohnt sich also so oder so.

 

Was kann man tun, um mehr Leute vom Veganismus zu überzeugen, ohne zu aufdringlich zu missionieren?

Mir hilft es am besten, wenn ich mich versuche in die Position anderer Menschen hineinzuversetzen. Niemand von uns hat sich ausgesucht, in welches Umfeld wir geboren werden und welche Essgewohnheiten und Glaubensmuster wir dementsprechend entwickeln. Wenn ich mir das vor Augen führe, kann ich eine gewisse Unschuld in jedem Menschen sehen und dadurch sehr friedlich kommunizieren. Mir ist es wichtig anderen Menschen das Gefühl zu geben, dass ich sie zum Veganismus bewegen will, weil es sie glücklicher machen wird. Nicht, weil sie sonst schlechte Menschen sind. Es ist nicht immer leicht all die schrecklichen Zustände in der Tierhaltung anzusprechen, ohne direkt zu sehr abzuschrecken. Dabei helfen positive Formulierungen wie:„Wir können das gemeinsam aufhalten.“ Und ganz wichtig: wenn du merkst, dass ein Mensch nichts von dem hören oder wahrhaben will, dann verschwende deine Energie nicht daran. Wir werden immer wieder auf Andere treffen, bei denen wir etwas bewegen können.

 

Du hast einen eigenen Saisonkalender für Obst und Gemüse. Wie wichtig ist dir Regionalität und Saisonalität und welche Tipps hast du, um zukünftig mehr darauf zu achten?

Der Saisonkalender von Pia Kraftfutter

Im Laufe meines veganen Lebens ist mir aufgefallen, dass Veganismus allein nicht die Welt retten kann. Auch vegane Produkte können ungünstig für die Umwelt, für Tiere und für Menschen sein. Agavendicksaft aus Mexico lässt sich zum Beispiel mit Zuckerrübensirup aus Deutschland ersetzen und anstatt Kaffee zu trinken kannst du versuchen dich an Getreidekaffe zu gewöhnen. Am einfachsten auf Regionalität und Saisonalität achten kannst du, wenn du möglichst unverarbeitete Lebensmittel kaufst. Bei Obst und Gemüse muss immer das Herkunftsland angegeben sein.

 

Für jemanden der bisher noch wenig mit Nachhaltigkeit zu tun hatte: Welche Tipps hast du, um den Einstieg in ein nachhaltigeres Leben zu erleichtern?

Für dein Einstieg möchte ich einfach ein paar Fragen stellen, die sich jeder selbst beantworten kann. Was brauchst du wirklich, um glücklich zu sein? Willst du, dass dein Leben ab jetzt gleich bleibt oder wünscht du dir Veränderung und Herausforderungen? Ist es fair Dinge zu kaufen, die dich kurz glücklich machen, wenn diese Dinge gleichzeitig zur Zerstörung der Umwelt beitragen und damit einer Menge Menschen Unglück bereiten?

 

Wir danken Pia sehr für das aufschlussreiche und interessante Interview!

Falls du noch mehr über Pia erfahren möchtest, schau gerne auf ihren Social-Media-Kanälen vorbei.

Instagram: piakraftfutter 

Youtube: Pia Kraftfutter

Blog: www.kraft-futter.de

Podcast: Leben Lieben & Liebe Leben 

*** Gewinnspiel beendet***

Wir verlosen gemeinsam mit Pia zwei ihrer Saisonkalender!

Den Kalender kannst du jedes Jahr aufs Neue verwenden, da keine Jahreszahlen verwendet werden. Der schöne Kalender zeigt dir Monat für Monat alle regional erhältlichen Obst-und Gemüsesorten und verziert garantiert jede Küche!

Hier kannst du dir den Saisonkalender angucken und noch mehr Infos bekommen.

Teilnahmebedingungen: bit.ly/div-disclaimer

Möchtet ihr gewinnen? Dann schaut mal bei Facebook oder Instagram.

Voraussetzungen für die Teilnahme am Gewinnspiel:

Sei ein Fan von Deutschland is(s)t vegan auf Facebook oder Instagram! Like unseren Post und schreibe einen Kommentar, warum gerade du den Saisonkalender haben möchtest. Für alle ohne Facebook oder Instagram: Schreib uns eine E-Mail mit dem Betreff „Saisonkalender“ an hallo@deutschlandistvegan.de. Wir drücken euch die Daumen!

Das Gewinnspiel läuft ab sofort und endet am 12.04.2019 um 12:00 Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird ab dem 13.04.2019 nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und informiert. Die Geschenkaktion steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise von Facebook oder Instagram gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Deine Daten werden ausschließlich im Rahmen der Geschenkaktion genutzt, um die Gewinner zu ermitteln und zu informieren.