Vegan for Fit. Die Attila Hildmann 30-Tage-Challenge. Vegetarisch und cholesterinfrei zu einem neuen KörpergefühlKein anderer „prominenter“ Veganer polarisiert wohl so sehr wie Attila Hildmann. Er hat einerseits eine große Fan-Gemeinde, gleichzeitig wird aber auch heftigst geschimpft, sobald man etwas über ihn schreibt. Das liegt wohl einerseits daran, dass Attila nicht gerade zimperlich mit seinen „Fans“ auf seiner Facebook-Seite umgeht, und nicht allen gefallen seine „8-Pack-Photos“ und sein gesamte Selbstdarstellung. Ob das nun bloß Masche ist, kann ich auch nicht beurteilen. Es soll jeder seine persönliche Meinung dazu haben, was man allerdings durchaus anerkennen darf, ist seine Präsenz in den (Massen-)Medien und die damit verbundene Verbreitung der veganen Küche, sprich Attila Hildmann trägt – auf seine Weise – sicher dazu bei, dass immer mehr Menschen sich für veganes Kochen interessieren.

Nachfolger von Vegan for fun

Ein großer Erfolg und „Vebu Kochbuch des Jahres 2011“ war das Buch „Vegan for fun„. Auch hier spalten sich vermutlich die Geister. Die einen finden die Rezepte zu wenig ausgefeilt, die anderen sind ganz begeistert, gerade weil die Rezepte einfach gehalten sind, mit wenigen Zutaten, und leicht gelingend. Ich persönlich habe so einiges aus dem Buch ausprobiert, und fand die Gerichte durchweg gut und vor allem fix zubereitet. Hinzu kommt, dass das Buch wirklich aufwändig und professionell gestaltet ist, vom Stil her fast wie die Bücher von Jamie Oliver.

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Wie gesagt, Attila Hildmann polarisiert, und man muss ihn auch persönlich nicht mögen – trotzdem ist mein Eindruck, dass er durchaus zur Verbreitung des Veganismus beiträgt, und das finde ich grundsätzlich gut.

30 Tage Challenge

Neben dem Kochen ist Attilas andere Leidenschaft der Sport, inzwischen versucht er sich sogar schon im Triathlon. Da Attila selbst mal zig Kilo mehr auf den Rippen hatte und nach Eigenauskunft „sämtliche Diäten der Welt“ erfolglos ausprobiert hat, bevor er sich schließlich vegan zu ernähren began, hat er sich offenbar gedacht: Warum nicht beides verbinden – vegane Küche und Sport – und diese Kombination in seinem neuen Buch „Vegan for fit“ präsentieren. Im Vorfeld des Buches gab es eine Gruppe von 100 Menschen, die Attilas „30 Tage Challenge“ angenommen haben. Einige von denen berichten von ihren Erfolgen in einem hübsch gemachten Beiheft im Buch. Attila ruft dazu auf, selbst eine solche Challenge mal auszuprobieren. Das kann man dann mit oder ohne Sport machen. Für beides bietet Attila Anregungen. So besteht der Hauptteil des Buches – dessen Layout dem Vorgänger sehr ähnelt – aus Rezepten, die andere Hälfte aus Sportübungen und „Motivationstraining“. Hinzu kommen Küchengerätetipps und – sehr erfreulich – auch ein paar Seiten zum Thema „Warum vegan leben?“, wo Attila sich über die Folgen des Fleischkonsums auslässt.

Die Rezepte sind in Kategorien 1 und 2 eingeteilt. Was das auf sich hat, erklärt Attila in der Vorstellung seiner 30 Tage Challenge: Manche Gerichte sollen nicht nach 16 Uhr gegessen werden, ab 19 Uhr übrigens gar nichts mehr im besten Falle. Außerdem wird komplett auf Zucker verzichtet und es gibt weitere Regeln für das Gelingen der Challenge.

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Bad Guy auf Platz 1

Das Buch ist wieder reich bebildert, und bei manchen Fotos musste ich ehrlich gesagt auch schmunzeln, aber ich finde das Buch insgesamt sehr gelungen, und es richtet sich nun ja auch wie jedes Buch an eine bestimmte Zielgruppe: An die Einsteiger in die vegane Küche, und diesmal natürlich auch Menschen, die abnehmen wollen. Obwohl ich denke, dass auch Leute wie ich, die nicht gerade mit dem Kochlöffel in der Hand geboren wurden, an dem Buch ihre Freude haben werden.

Noch mal: Attila Hildmann polarisiert, mimt den Bad Guy, ist aber andererseits vielleicht auch gerade deswegen so bekannt geworden. Sicher gibt es bessere vegane Köche, aber Attila zieht recht ordentlich durch die Medienlandschaft (bis hin zu TV Total) und erweist damit der veganen Bewegung einen großen Dienst: Viele Menschen – solche eben die bislang nicht vegan leben – für die vegane Küche und hoffentlich auch Lebensweise zu begeistern. Das sieht man übrigens auch an den aktuellen Amazon-Platzierungen, wo er gleich in mehreren Kategorien auf Platz 1 gelandet ist. Insgesamt gibt es von mir auf jeden Fall eine Empfehlung für das Buch, und ich offenbare hiermit, dass ich sicher einige Rezepte ausprobieren werde. Ob ich nun die Challenge machen werde, das bezweifele ich dann doch ein wenig mehr ;-)

Vegan for fit – Attila Hildmann.  Becker Joest Volk Verlag, 264 Seiten, 29,99 Euro.