Vegan ist bunt. Vegan ist vielfältig. Vegan ist spannend, von A bis Z. Heute geht es weiter mit der Serie „The Vegan ABC“. In Zukunft werdet ihr alle 14 Tage – jeden zweiten Dienstag – über ein Thema aus der veganen Welt lesen, ob über „B-Vitamine“ bei B, „Genuss“ bei G oder „Zukunft“ bei Z. Viel Spaß!

Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit einem netten Menschen über das Thema Veganismus und welchen Stellenwert dieser in meinem Leben einnimmt. Unvermittelt wurde ich gefragt: „Ist der vegane Lebensstil nicht auch wie eine Liebe für dich?“ Ich musste lächeln, stimmte zu und fühlte mich tatsächlich ein klein wenig verliebt.

Ich denke noch oft über diese Frage nach und darüber, wie das alles anfing, mit dem Veganismus und mir. Ganz plötzlich trat er in mein Leben, ohne dass ich damit gerechnet hatte. Anfangs musste ich mich an den Gedanken an ein Leben mit ihm erst gewöhnen, aber als ich mich erst einmal für ihn entschieden hatte, war ich vollkommen fasziniert. Überwältigt. Begeistert.

Verliebt in den Veganismus

Die ersten Wochen und Monate tat ich alles, um ihn möglichst gut kennen zu lernen. Las Bücher und Websites über ihn. Schwärmte vor Freunden und Familie von ihm. Lernte Menschen kennen, die genauso von ihm beeindruckt waren wie ich. Dachte unentwegt an ihn. Träumte von ihm. Schrieb viele viele Zeilen über ihn. Mein Leben hatte einen neuen Mittelpunkt: ihn.

Wir verbrachten lange, romantische Abende in der Küche. Wir hantierten mit Töpfen, Pfannen, Tellern, schufen exotische Kombinationen, und er überraschte mich immer wieder mit neuen, außergewöhnlichen Düften, Geschmäckern und Farben. Kein Gericht war wie das andere, und ich hatte das Gefühl, dass er mir das erste Mal im Leben beibrachte, richtig und kreativ zu kochen.

Sein Blick auf die Welt und das Leben veränderte auch meine Sichtweise. Alles um mich herum erschien mir auf einmal viel wertvoller, viel schützenswerter, viel verletzlicher. Ich fühlte mich einerseits hilflos, andererseits aber auch stärker und mutiger als je zuvor. Oh ja, ich war wirklich verliebt.

Zweifel am vegan sein?

Dann kamen leise Zweifel. Warum bloß fanden ihn nicht alle meine Mitmenschen so großartig wie ich? Warum konnten viele mein Leben mit ihm nicht wirklich akzeptieren, geschweige denn nachvollziehen, wo er doch so wunderbar war? Warum gab es sogar Menschen die versuchten, ihn mir tatsächlich auszureden? Warum sollte er nicht gut für mich sein? Er wäre doch auch gut für sie.

Hinzu kam das unbestimmte Gefühl, dass wir irgendwie zu viel Zeit miteinander verbrachten. Egal wohin ich sah – er war da. In der Nacht, nach dem Aufwachen, wenn ich nach Hause kam, am Abend. Und vor allem in meinen Gedanken. Wo war der Raum für andere schöne Dinge? Wusste er denn nicht, dass mir im Leben auch noch andere Dinge bedeutsam waren? Wir gingen ein wenig auf Abstand. Ich blieb ihm treu, aber wir gingen uns aus dem Weg.

Eine gute Beziehung

Und das war gut so. Schon bald fiel mir wieder auf, was ich eigentlich so unglaublich toll an ihm fand. Ich hatte wieder Lust, Bücher über ihn zu lesen. Stellte mich wieder mit ihm an den Herd und fotografierte unsere Kochexperimente. Begann erneut, mich mit anderen Menschen über ihn auszutauschen und auch bei ihnen ein wenig Neugierde zu wecken.

Und heute? Ich glaube wir führen eine ganz gute Beziehung. Wir hängen uns nicht mehr so auf der Pelle wie am Anfang, und er erlaubt mir, dass ich mich auch mal mit was anderem als mit ihm beschäftige. Er weiß ja schließlich, dass er einfach zu mir gehört. Dass er mich nicht mehr von ihm überzeugen muss, weil ich es bereits bin. Dass er mein Leben verändert hat und dass ich ihm dafür äußerst dankbar bin. Und vor allem weiß er, dass ich ihn nicht verlassen werde. Dazu ist es einfach zu schön mit ihm.

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