Ich freue mich sehr, Euch heute ein neues Label vorzustellen – und zwar „Noani“ aus Passau. „Noani“ steht für „no animal“ und das nicht ohne Grund.  Dahinter steht ein junges, innovatives Unternehmen, das vegane Taschen und Gürtel produziert. Und jedes Teil wirklich schöner als das andere – einfach nur: Wow! Und da soll nochmal einer sagen: grüne Mode sei nicht modisch. :-)

Aber vielleicht sollte ich vorab kurz erklären, was unter „veganer Kleidung“ eigentlich zu verstehen ist bzw. auf was man beim Kauf achten sollte. Diese Frage wird uns in der Redaktion häufig gestellt – und deshalb gehe ich auf die Beantwortung gerne etwas genauer ein.

Was bedeutet „vegane Kleidung“?

Ganz allgemein, kann Kleidung nur dann als vegan bezeichnet werden, wenn sie keine tierischen Produkte oder Erzeugnisse enthält und entweder aus pflanzlichen oder chemisch hergestellten Stoffen besteht. Auch bei sogenannter „Öko-Fashion“ oder „Bio-Kleidung“ kann man nicht davon ausgehen, dass diese automatisch auch tierfrei ist. Leider gibt es bisher keine Kennzeichnungspflicht bei Kleidungsstücken, d.h. als Verbraucher hilft nur der genaue Blick auf das Etikett.

Eindeutig nicht vegan ist Mode dann, wenn sie entweder komplett oder anteilig aus Leder, Pelz, Wolle (Kaschmir, Angora) oder Seide besteht. Darüber hinaus sind viele tierische Elemente gar nicht auf den ersten Blick erkennbar. Der warme Wintermantel kann z.B. aus Daunenfedern bestehen oder an der Jeans wurde der Markenname auf ein Lederpatch gedruckt. Auch an einer auf den ersten Blick „vegan aussehenden“ Bluse können sich Knöpfe aus Perlmutt befinden. Quasi kaum erkennbar sind tierische Bestandteile in Form von Textilfarben. Oft enthält der Farbstoff Karmin Läuse oder im Indigotin sind Schnecken verarbeitet worden. Aber auch bei den Klebstoffen für Schuhe oder Taschen ist Vorsicht geboten. Oft sind darin gekochte Tierknochen oder Tierhäute enthalten – daher werden vegane Schuhe oft vernäht statt verklebt oder synthetischer Leim verwendet.

Tierleid

Noch immer hält sich der Gedanke, dass Leder ein „gutes“ Naturprodukt sei, besonders hartnäckig. Oft stoße ich in Gesprächen auf Unverständnis, wenn ich erkläre, dass dem nicht so ist. 40% der weltweiten Schlachtungen dienen ausschließlich der Lederindustrie. Leder ist auch absolut kein Nebenprodukt der Fleischindustrie.

Abgesehen davon gibt kein Tier seine Haut oder sein Fell freiwillig ab. Ich möchte an dieser Stelle nicht detailliert auf das Leid der Tiere eingehen –  viele Bilder haben sich vermutlich für alle Zeiten in mein Gehirn gebrannt und deshalb kommt das Tragen „nicht veganer“ Mode für mich nicht mehr in Frage.

Fest steht, dass alle Tiere, deren Haut oder Fell verkauft wird, unter qualvollen Bedingungen gezüchtet, gehalten, transportiert und getötet werden. Für Pelz werden Nerze oft lebendig gehäutet. Bei der Schur werden Schafe brutal misshandelt. Für das Fell von Angorakaninchen werden die Tiere festgespannt und das Fell quasi „abgerissen“. Um Leder zu erhalten, müssen weltweit Rinder, Kälber, Hunde und Katzen ihre Haut und ihr Lebens opfern…

Vegane Mode bei Schuhen

Bei Schuhe gilt laut Gesetz eine Kennzeichnungspflicht, wofür Hersteller bestimmte Piktogramme verwenden. Diese sind meistens in Form eines Aufklebers direkt in oder unter dem Schuh angebracht. Aber was bedeuten sie?

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Quelle: Piktogramm Wikipedia

Vegane Mode: es tut sich was!

Glücklicherweise findet man mittlerweile in den Produktbeschreibungen häufiger den Hinweis: „kann nicht-textile Teile enthalten“. Dies kann dann der Lederpatch an der Jeans, die 5% Seidenanteil am Halstuch oder die Perlmuttknöpfe an der Bluse sein.

Wer sich nicht sicher ist, ob ein Kleidungsstück vegan ist oder nicht, sollte besser den Hersteller kontaktieren – dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. In zahlreichen Online-Shops kann man mittlerweile den Filter „vegan“ einstellen, so dass nur 100% tierfreie Mode oder Accessoires angezeigt werden. Auch das hat sich in den letzten Jahren für den veganen Einkauf deutlich verbessert.

Die Tierschutzorganisation „PETA“ geht da noch einen Schritt weiter: „Um den Bekanntheitsgrad und die Verbreitung von veganer Mode und veganen Accessoires zu fördern, setzt sich PETA in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Modebranche kontinuierlich dafür ein, tierfreundliche Styles und Designs auf den Markt und in die Shops zu bringen.

Um vegane Mode besser zu kennzeichnen, vergibt PETA ein kostenfreies Logo, dass es tierfreundlichen Unternehmen ermöglicht, ihre veganen Modeartikel sowie ihr Engagement für die Tiere sichtbar hervorzuheben. Mit dem neuen Logo „PETA-Approved Vegan“ können Verbraucher künftig auf einen Blick jene Produkte erkennen, für die kein Tier leiden musste. Das erleichtert die Kaufentscheidung für ethisch motivierte Menschen ungemein.“

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*Quelle: PETA

Ein kleiner Tipp

Ich persönlich habe mir seit Jahren das „normale“ Shoppen mehr oder weniger abgewöhnt – und zwar aus vielen Gründen. Zum einen möchte ich die allgemein bekannten Modeketten nicht unterstützen und versuche es möglichst zu vermeiden dort einzukaufen. Zum anderen ist mir das Studieren von Etiketten zu aufwendig und die Gefahr doch Tierleid „mitzukaufen“ zu groß.

Vegane Mode auf Erfolgskurs

Aber auch ich möchte mir gelegentlich etwas „Neues“ kaufen – sei es ein Kleid für einen besonderen Anlass oder schöne Schuhe, die ich viele Jahre „tragen“ kann. Glücklicherweise hat sich im Bereich „vegane Mode“ in den letzten Jahren wirklich Einiges getan. Viele Designer setzen mittlerweile nicht nur auf tierfreie Materialien, sondern legen auch Wert auf faire Produktionsbedingungen. Auf der Berliner Fashion Week können der „Greenshowroom“ und die „Ethical Fashion Show“ einen enormen Publikumszuwachs verzeichnen. Ist das nicht cool? Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass es neben etablierten Modemarken nun auch junge, vegane Labels auf den Laufsteg „schaffen“?

Neben diversen veganen Food-Magazinen haben sich seit mittlerweile sogar gleich zwei Modezeitschriften etabliert. Mit der „Vegan Good Life“ und  der „Noveaux“ macht veganes Lesevergnügen im wahrsten Sinne des Wortes doppelt Spaß. Besonders deutlich kann man in Berlin beobachten, dass veganer Lifestyle mehr als nur ein kurzer Hype ist. Die Nachfrage nach tierfreier Kleidung, Schuhen und Accessoires ist in der Hauptstadt enorm gestiegen… und das nicht nur auf der Fashion Week. Es gibt mittlerweile vegane Boutiquen, in denen man mit gutem Gewissen wunderschöne Mode kaufen kann.  Hinzu kommen diverse Läden, die fair produzierte Kleidung anbieten, von denen einige Labels ebenfalls vegan sind.

Klar, die vegane Szene in Berlin ist verwöhnt. Aber auch außerhalb der Hauptstadt beginnt sich eine vegane „Einkaufslandschaft“ zu etablieren. Und weit über die Landesgrenzen hinaus, bieten Städte wie Brighton, Wien, Barcelona…  nicht nur vegane Cafés oder Restaurants, sondern ebenfalls Mode- oder Schuhläden mit tierfreiem Sortiment.

Wer lieber online einkauft, der kann aus einer bunten Palette an Shops auswählen. Auch hier wächst das Angebot vielleicht langsam aber stetig. Alles in allem ist natürlich noch „Luft nach oben“ und so freue ich mich besonders, dass mit „Noani“ nun ein weiteres veganes Modelabel auf dem Markt ist.

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 „Noani“: vegan, fair & nachhaltig

„Noani“ entwirft eine kleine aber wirklich feine Kollektion veganer Gürtel und Taschen –modische aber zeitlose Accessoires, die etablieren Modelabels in Design und Optik in nichts nachstehen. Ich durfte bereits einen Blick auf die Muster werfen – und ich muss sagen: I love it! Endlich Taschen nach meinem Geschmack, im klassischen Look aber mit einem gewissen, modernen Twist. Aber auch die Gürtel sind durch die edel verarbeiteten Schnallen ein echter Hingucker und gefallen mir sehr gut. Alle Produkte sind aus innovativen oder pflanzlichen Materialien hergestellt und unter fairen Arbeitsbedingungen produziert. Aber erst mal der Reihe nach…

Gegründet wurde das Label „Noani“ bereits 2014. Die Idee dazu ist dem Gründer Fabian Stadler gekommen, als er eine Dokumentation über die Produktion von Leder gesehen hat. Die traurigen Bilder führten bei ihm zu der Entscheidung, nie wieder Kleidung und Accessoires aus Leder zu kaufen. Die darauffolgende Suche nach einem Gürtel, der weder aus Leder noch aus ökologisch bedenklichem Kunstleder besteht und noch gut aussieht gestaltete sich so schwierig, dass daraus quasi eine Geschäftsidee geboren wurde.

Das „Noani“-Team hat fast zwei Jahre nach innovativen pflanzlichen, aber auch recycelten Materialien gesucht, um die ersten Muster erstellen zu können. Neben der „Rohstoff-Recherche“ war es dem Unternehmen ebenso wichtig, langfristig Hersteller zu finden, die nicht nur ihr Handwerk perfekt verstehen, sondern auch zu fairen und gesicherten Arbeitsbedingungen in Deutschland produzieren.

In einem Interview mit Fabian Stadler konnte ich erfahren, wie wichtig ihm die Firmenphilosophie von „Noani“ ist: „Wir wollen Innovation und Nachhaltigkeit auf allen Ebenen – von der Auswahl der Rohstoffe bis hin zu den Arbeitsbedingungen der Menschen, die unsere Produkte tagtäglich anfertigen. Wir zeigen, dass in jeder Hinsicht verantwortungsvoll hergestellte Accessoires modern und schön aussehen können. Unseren Kunden bieten wir damit klassische vegane Mode und hohe Qualität. Gemeinsam schützen wir Tiere, Menschen und unsere Umwelt und gehen einen wichtigen Schritt in die Zukunft der veganen Mode.“

Als Zielgruppe für seine Kollektion sieht der „Noani“-Gründer alle modisch interessierten Menschen, die sich Gedanken über die Herstellung und Herkunft ihrer fast täglichen Begleiter machen. Faire Mode setzt für ihn Empathie und soziale Verantwortung voraus – und ich schließe mich da komplett seiner Meinung an: Fair, grün und ökologisch, so sieht die Mode-Zukunft aus!

Materialien: innovativ und nachhaltig

Nachhaltigkeit fängt bei der Auswahl umweltfreundlicher Rohstoffe an. Für die Herstellung von Leder müssen Tiere, Umwelt und Menschen leiden. Denkt man an „veganes Leder“, so fällt einem vermutlich Kunstleder ein. Doch ist das wirklich eine Alternative? Meistens wird bei der Produktion von Kunstleder PVC verwendet und Erdöl eingesetzt. Beides Stoffe, die zwar vegan, allerdings weder nachhaltig noch umweltschonend sind.

„Noani“ nutzt stattdessen moderne Materialien wie Eukalyptus­ und Ananasfasern sowie recyceltes Polyester. Die Gürtel sind zu 80% aus Eukalyptusfasern hergestellt und zu 20% aus recycelten PET­-Flaschen. Die Taschen bestehen zu 80% aus Ananasfasern.

What? Taschen aus Ananas?

Klingt erstmal seltsam – ist aber wirklich ein Material der Zukunft. Die Ananasfaser ist ein Nebenprodukt der Ananasernte, sie wird aus den Blättern der Ananaspflanze gewonnen. Da weder Pestizide noch zusätzliches Wasser zur Herstellung benötigt werden, wird die Umwelt kaum belastet.

Die von „Noani“ verwendeten Ananasfasern stammen von der Firma Anam. Sie sind äußerst robust, aber gleichzeitig weich und flexibel und darüber hinaus atmungsaktiv und leicht. Diese Faser ist also ein perfekter Rohstoff zur Weiterverarbeitung: zu modischen Accessoires wie Taschen, Schuhen oder auch Autositzbezügen. Cool, oder?

Zur Herstellung der Gürtel benutzt „Noani“ Eukalyptusfasern aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Das bedeutet, dass der Anbau in einem geschlossenen Kreislauf und ohne den Einsatz von Pestiziden erfolgt. Die Eukalyptusfaser hat ein hervorragendes Festigkeitsprofil und sorgt z.B. beim „Einsatz“ in den Gürteln für Stabilität und Langlebigkeit. Bei der Weiterverarbeitung der Fasern wird äußerst wenig Energie und Wasser verbraucht. Die Eukalyptusfaser ist ein also echtes High-Tech-Material!

Last but not least kommt Polyester zum Einsatz. Ein Material, das bereits seit Jahren in der Bekleidungsindustrie verwendet wird. Polyester hat viele Vorteile: es ist strapazierfähig, elastisch, knitterarm und pflegeleicht. Für die Herstellung der „Noani“-Gürteln wird jedoch ausschließlich recyceltes Polyester eingesetzt, denn das verbraucht deutlich weniger Wasser und Energie als „normales“ Polyester. Zudem wird natürlich auch weniger Müll erzeugt, wenn Polyester wieder verwendet wird.

Made in Europe

Die Idee aus veganen und innovativen Materialien modische Accessoires herzustellen ist „Noani“ jedoch nicht gut genug. Vegane Kleidung und Accessoires sollten nicht nur ohne Tierleid hergestellt werden, sondern auch ohne Ausbeutung aller beteiligten Menschen.

Der Gedanke, dass Menschen, Tiere und Umwelt leiden müssen, weil ununterbrochen neue, billig und verantwortungslos produzierte Kleidung und Accessoires auf den Markt geworfen werden, ist für den „Noani“-Gründer Fabian Stadler mehr als bedenklich. Die Kunden sollen kaufen, kaufen, kaufen, und deshalb gilt von der Herstellung bis zum Verkauf: Hauptsache billig! Billigware hat aber leider einen hohen Preis. Zahlen müssen den jedoch nicht die Käufer, sondern die Menschen in den Fabriken.

Produziert wird Billigware vor allem dort, wo die Löhne am geringsten sind, in Ländern wie beispielsweise Vietnam oder Indien. Dort arbeiten die Menschen unter schlimmsten Bedingungen mit geringer Entlohnung, und selbst Kinderarbeit ist keine Seltenheit. Eine Mischung aus Profitgier, Ausbeutung, Korruption und Fahrlässigkeit bringt jährlich Tausenden Menschen Leid und Tod, doch der Großteil der Konsumenten sieht leider darüber hinweg – für ihn ist einzig der (geringe) Kaufpreis entscheidend.

Für die Herstellung der „Noani“-Kollektion sollen weder Tiere oder Menschen leiden und ausgebeutet werden. Daher werden die Produkte ausschließlich in kleinen Manufakturen in Deutschland und Portugal produziert, wo die Menschen unter fairen Bedingungen arbeiten und selbstverständlich auch fair entlohnt werden.

Bei der „Noani“-Produktion spielen Transparenz und soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern eine wichtige Rolle – und das gilt von der Faserproduktion bis hin zur Auslieferung. Alle Schritte im Herstellungsprozess erfüllen soziale Mindestkriterien auf der Grundlage der Kernnormen der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO). Zu den Standards gehören beispielsweise freie Wahl der Beschäftigung, Verbot von Kinderarbeit und die Bezahlung von Mindestlöhnen.

Und ganz ehrlich, ich finde fair produzierte Mode sieht nicht nur besser aus – sie fühlt sich auch besser an!

Die „Noani“-Kollektion kann entweder direkt im Online-Shop www.noanifashion.de oder bei anderen Marktplätzen für nachhaltige Mode erworben werden.

In naher Zukunft wird es die „Noani“-Kollektion auch im Einzelhandel geben.

Ich freue mich darauf!

Ab dem 25.4.16 ist der Shop online, bis dahin gibt es eine Aktion mit 10% Rabatt, wenn man sich vorab einträgt. Schaut mal rein.

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Mehr Infos:

www.noanifashion.de

www.facebook.com/noani.de/

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von noani.

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