Veganer Kefir ist eine spannende Möglichkeit, fermentierte Lebensmittel in eine pflanzenbasierte Ernährung einzubauen. Während klassischer Kefir aus Kuh-, Schaf- oder Ziegenmilch hergestellt wird, gibt es inzwischen verschiedene pflanzliche Alternativen – von fermentiertem Soja- oder Kokosdrink bis hin zu Wasserkefir.
Aber was genau ist veganer Kefir? Ist er automatisch probiotisch? Welche Pflanzenmilch eignet sich zur Herstellung? Kann man veganen Kefir selber machen und wo kann man ihn kaufen?
Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um pflanzlichen Kefir.
Veganer Kefir: Das solltest du wissen
Klassischer Kefir entsteht durch die Fermentation von Milch mithilfe sogenannter Kefirknöllchen. Darin befindet sich eine komplexe Gemeinschaft aus verschiedenen Bakterien und Hefen.
Während der Fermentation werden Bestandteile der Milch verändert. Dadurch entstehen unter anderem der typische säuerliche Geschmack und die besondere Konsistenz.
Klassischer Milchkefir ist daher nicht vegan. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, eine pflanzliche Alternative herzustellen.

Wer sich generell für pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten interessiert, findet in unserem Artikel Milchprodukte ohne Milch weitere Informationen.
Was ist veganer Kefir?
Der Begriff „veganer Kefir“ wird nicht ganz einheitlich verwendet. Gemeint sein können zum Beispiel:
- fermentierter Sojadrink
- fermentierter Haferdrink
- Kokoskefir
- andere pflanzliche Kefir-Alternativen
- Wasserkefir
Nicht alle diese Produkte entsprechen in Herstellung und Mikroorganismen dem traditionellen Milchkefir. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Fermentation.
Welche pflanzlichen Drinks es grundsätzlich gibt und worin sie sich unterscheiden, erfährst du in unserem Überblick über vegane Milchalternativen zu Kuhmilch.
Wasserkefir oder pflanzlicher Kefir: Was ist der Unterschied?
Wasserkefir und cremiger pflanzlicher Kefir sind zwei unterschiedliche Produkte.
Wasserkefir wird mithilfe von Wasserkefirkristallen angesetzt. Als Grundlage dienen Wasser und Zucker. Je nach Rezept kommen beispielsweise Trockenfrüchte und Zitrone hinzu. Das fertige Getränk ist eher leicht, säuerlich und kann etwas Kohlensäure enthalten.
Eine pflanzliche Kefir-Alternative basiert dagegen beispielsweise auf Soja, Kokos oder Hafer. Sie kann deutlich cremiger sein und lässt sich ähnlich wie Joghurt oder klassischer Kefir verwenden.
Für Bowls, Müsli, Overnight Oats oder Chia-Pudding ist eine cremige Variante besonders praktisch.
Ist veganer Kefir gesund?
Fermentierte Lebensmittel sind aus ernährungswissenschaftlicher Sicht interessant. Bei der Fermentation nutzen Mikroorganismen Bestandteile eines Lebensmittels und verändern sie.
Veganer Kefir kann deshalb eine interessante Ergänzung einer abwechslungsreichen pflanzenbasierten Ernährung sein.
Allerdings sollte man mit Aussagen zur Darmgesundheit vorsichtig sein.
Fermentiert bedeutet nicht automatisch probiotisch.
Ein Lebensmittel kann fermentiert worden sein, ohne dass beim Verzehr noch relevante Mengen lebender Mikroorganismen vorhanden sind. Wird ein Produkt beispielsweise nach der Fermentation erhitzt, können Mikroorganismen inaktiviert werden.
Wer beim Kauf Wert auf lebende Kulturen legt, sollte deshalb auf entsprechende Angaben des Herstellers achten.
Für die Darmgesundheit ist zudem nicht ein einzelnes Lebensmittel entscheidend. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen liefert unter anderem Ballaststoffe, die für unsere Darmbakterien eine wichtige Rolle spielen.
Welche Pflanzenmilch eignet sich für veganen Kefir?
Nicht jeder Pflanzendrink verhält sich während einer Fermentation gleich.
Sojadrink eignet sich häufig besonders gut. Aufgrund seiner Zusammensetzung kann das Ergebnis vergleichsweise cremig werden. Außerdem enthält Soja von Natur aus mehr Protein als viele andere Pflanzendrinks.
Kokos ergibt ebenfalls eine sehr cremige Variante. Der typische Kokosgeschmack bleibt allerdings erhalten. Kokoskefir passt deshalb besonders gut zu süßen Frühstücksgerichten und Desserts.
Haferdrink schmeckt mild und leicht süßlich. Je nach Produkt und Starterkultur kann das Ergebnis dünnflüssiger werden.
Auch Mandel- und andere Nussdrinks können fermentiert werden. Hier hängt das Ergebnis stark von der Zusammensetzung des Pflanzendrinks und der verwendeten Kultur ab.
Einen ausführlichen Vergleich verschiedener Sorten findest du in unserem Ratgeber zu veganen Milchalternativen.
Veganen Kefir selber machen
Wenn du veganen Kefir selbst herstellen möchtest, solltest du zunächst entscheiden, ob du einen erfrischenden Wasserkefir oder eine cremige pflanzliche Kefir-Alternative möchtest.
Für eine dauerhaft vegane Kultur ist Wasserkefir besonders unkompliziert, da die Kristalle nicht auf tierische Milch angewiesen sind.
Wasserkefir selber machen
Für einen einfachen Wasserkefir benötigst du je nach Kultur:
- Wasserkefirkristalle
- Wasser
- Zucker
- je nach Rezept Trockenfrüchte
- optional Zitrone
- ein sauberes großes Glas
- ein geeignetes Sieb
Die genauen Mengen und Fermentationszeiten hängen von der verwendeten Kultur ab. Deshalb solltest du dich insbesondere beim ersten Ansatz an die Anleitung des Herstellers beziehungsweise Anbieters halten.
Der Zucker ist beim Wasserkefir nicht einfach nur zum Süßen da. Er dient den Mikroorganismen während der Fermentation als Substrat.
Nach der Fermentation werden die Kristalle abgesiebt und können anschließend für den nächsten Ansatz verwendet werden.
Wie viel Zucker nach der Fermentation im fertigen Getränk verbleibt, lässt sich zu Hause nicht pauschal bestimmen. Das hängt unter anderem von Temperatur, Fermentationsdauer, Ausgangsmenge und Aktivität der Kultur ab.
Cremigen veganen Kefir selber machen
Wer einen cremigen Kefir für Müsli, Bowls oder Frühstücksrezepte möchte, kann einen geeigneten Pflanzendrink fermentieren.
Am einfachsten ist die Verwendung einer Starterkultur, die ausdrücklich für pflanzliche Getränke geeignet ist.
Sojadrink eignet sich häufig gut als Basis. Wichtig ist jedoch, die Temperatur und Fermentationsdauer entsprechend der verwendeten Kultur einzuhalten.
Wer gerne möglichst viel selbst macht, kann sogar bei der Pflanzenmilch anfangen. Hier findest du unser Rezept für selbst gemachte Mandelmilch.
Kann man normale Kefirknollen mit Pflanzenmilch verwenden?
Klassische Milchkefirknollen sind an Milch angepasst. Sie können teilweise auch Pflanzendrinks fermentieren, für eine dauerhafte rein pflanzliche Kultivierung sind sie jedoch nicht unbedingt optimal.
Wenn du veganen Kefir regelmäßig selbst herstellen möchtest, sind Wasserkefir oder eine speziell für pflanzliche Getränke geeignete Starterkultur deshalb die unkomplizierteren Möglichkeiten.
Veganer Kefir kaufen: Wo gibt es ihn?
Veganer Kefir ist in Deutschland noch nicht so verbreitet wie Haferdrink oder pflanzlicher Joghurt.
Je nach aktuellem Sortiment findest du pflanzliche Kefir-Alternativen beispielsweise:
- in Biomärkten
- in Reformhäusern
- in größeren Supermärkten
- in veganen Onlineshops
- bei spezialisierten Fermentationsshops
Auch Wasserkefirkristalle und Starterkulturen lassen sich online kaufen.
Da sich das Angebot relativ schnell verändert, lohnt es sich, im Kühlregal nicht nur nach dem Begriff „Kefir“ zu suchen. Einige Hersteller bezeichnen ihre Produkte beispielsweise als fermentierte pflanzliche Alternative.
Weitere pflanzliche Möglichkeiten für Milch, Joghurt und andere tierische Produkte findest du in unserem Überblick über vegane Alternativen.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Ein Blick auf die Zutatenliste und Nährwerttabelle lohnt sich.
Achte insbesondere auf die pflanzliche Basis, zugesetzten Zucker und die verwendeten Kulturen.
Wenn dir lebende Kulturen wichtig sind, solltest du prüfen, ob der Hersteller dazu konkrete Angaben macht und ob das Produkt nach der Fermentation erhitzt wurde.
Bei Pflanzendrinks und pflanzlichen Joghurtalternativen können außerdem zugesetztes Calcium sowie die Vitamine B12 und D interessant sein.
Was kann man mit veganem Kefir machen?
Veganer Kefir lässt sich überraschend vielseitig verwenden.
Er passt zum Beispiel zu:
- Müsli und Granola
- Overnight Oats
- Chia-Pudding
- Smoothies
- Frühstücksbowls
- Dressings
- Dips
- kalten Saucen
- Pancakes und anderen Backrezepten
Durch seine leicht säuerliche Note funktioniert er sowohl in süßen als auch in herzhaften Rezepten.

Noch mehr Inspiration zu pflanzlichen Lebensmitteln findest du in unserer veganen Lebensmittelwarenkunde.
Veganer Kefir zum Frühstück
Besonders einfach lässt sich pflanzlicher Kefir beim Frühstück integrieren.
Kombiniere ihn beispielsweise mit Haferflocken, Beeren, Chiasamen, Nüssen und Saaten. So kommen direkt mehrere unterschiedliche pflanzliche Lebensmittel zusammen.
Besonders lecker ist die Kombination aus Erdbeeren, Chiasamen, dunkler Schokolade und veganem Kefir. Daraus kannst du beispielsweise einen cremigen Erdbeer-Schoko-Chia-Pudding zubereiten.
Hier würde ich direkt euren neuen Chia-Pudding-Artikel verlinken, sobald du mir die endgültige URL gibst.
Ist veganer Kefir probiotisch?
Nicht zwangsläufig.
„Fermentiert“ beschreibt zunächst, dass Mikroorganismen an der Herstellung beteiligt waren. Die Bezeichnung sagt allein noch nicht aus, welche Mikroorganismen in welcher Menge im fertigen Lebensmittel vorhanden sind.
Deshalb würde ich bei veganem Kefir nicht pauschal mit Aussagen wie „gut für die Darmflora“ oder „probiotisch“ werben.
Ist veganer Kefir laktosefrei?
Wird ein Kefir ausschließlich aus pflanzlichen Zutaten hergestellt, enthält er keine Laktose.
Bei fertig gekauften Produkten sollte bei Allergien oder Unverträglichkeiten trotzdem immer die Zutaten- und Allergenkennzeichnung geprüft werden.
Kann man veganen Kefir täglich trinken?
Für gesunde Menschen kann ein pflanzliches fermentiertes Lebensmittel grundsätzlich regelmäßig Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung sein.
Entscheidend ist jedoch die Ernährung insgesamt. Veganer Kefir sollte nicht als einzelnes Lebensmittel betrachtet werden, das die Darmgesundheit „repariert“ oder andere Ernährungsgewohnheiten ausgleicht.
Veganer Kefir oder pflanzlicher Joghurt?
Das hängt vor allem davon ab, wofür du das Produkt verwenden möchtest.
Pflanzlicher Joghurt ist häufig dickflüssiger und eignet sich besonders für Bowls, Desserts und zum Löffeln.
Pflanzliche Kefir-Alternativen können etwas flüssiger und säuerlicher sein.
Wasserkefir wiederum ist ein Getränk und lässt sich mit beiden kaum vergleichen.
Wer lediglich einen pflanzlichen Ersatz für Kuhmilch im Kaffee, Müsli, beim Kochen oder Backen sucht, braucht überhaupt kein fermentiertes Produkt. Dafür reicht ein normaler Pflanzendrink. Welche Variante sich wofür eignet, zeigen wir in unserem Artikel über vegane Milchalternativen zu Kuhmilch.
Fazit: Veganer Kefir bringt Abwechslung in die pflanzliche Küche
Veganer Kefir kann eine spannende Ergänzung einer pflanzenbasierten Ernährung sein. Dabei hast du die Wahl zwischen fertigen fermentierten Pflanzenprodukten, selbst angesetztem Wasserkefir oder einer selbst fermentierten Alternative aus Pflanzenmilch.
Für Einsteiger ist Wasserkefir eine interessante Möglichkeit, sich mit dem Thema Fermentation zu beschäftigen. Wer einen cremigen Kefir für Frühstück und Rezepte möchte, kann dagegen eine geeignete pflanzliche Starterkultur verwenden oder ein fertiges Produkt kaufen.
Vor allem sollte veganer Kefir als das gesehen werden, was er ist: ein weiteres spannendes pflanzliches Lebensmittel, mit dem sich mehr Abwechslung in die Küche bringen lässt.
