Wie sieht es bei dir zuhause aus – fließt da schon Ökostrom? Das mit dem Ökostrom ist nämlich so eine Sache: Alle finden’s super, aber Ökostrom-Kunden gibt es immer noch viel zu wenige. Dabei spricht wirklich eine Menge dafür, Strom aus erneuerbaren Energien und damit den Ausbau sauberer Technologien zur Energiegewinnung zu fördern. Vielleicht sagst du nun: „Stimmt, ihr habt ja recht! Ich besorge mir sofort auch Ökostrom!“. Fragt sich dann nur: Wo? Das Problem ist nämlich, dass inzwischen gefühlt jedes zweite Stromunternehmen Ökostrom oder zumindest alternativ einen Ökostromtarif neben dem konventionellen Strom anbietet. Leider ist das sehr häufig einfach nur Marketing, um zusätzliche Kunden zu gewinnen – die vermeintlichen Ökostromprodukte entpuppen sich dann aber als Mogelpackung, weil eben keine Überzeugung dahintersteht. Selbst wenn der angebliche Ökostromtarif ein schickes Öko-Gütesiegel trägt, muss das nichts heißen, denn nur wenige solcher Siegel werden tatsächlich von Experten empfohlen, die wenigsten Angebote sind damit wirklich glaubwürdig. Du findest dazu hier mehr Infos.

Einer der interessantesten und glaubwürdigsten Anbieter auf dem Ökostrom- und Ökogas-Markt ist Polarstern. Hinter dem Namen steckt kein Greenwashing-Ableger eines großen Stromkonzerns, sondern ein Startup, das im Sommer 2011 von 3 jungen Männern namens Jakob, Florian und Simon gegründet wurde. Für seinen Ökostrom hat das Unternehmen viele Auszeichnungen bekommen, u.a. von Öko-Test die Note „sehr gut“.

Neben Strom gibt es auch die Möglichkeit, sich von Polarstern mit Ökogas versorgen zu lassen oder sogar selbst Strom zu erzeugen und ein Paket zu erhalten aus Solaranlage, Stromspeicher und Reststrom aus 100% deutscher Wasserkraft. Das nennt Polarstern „Wirklich Eigenstrom“. Sein Ökogas stellt das Unternehmen übrigens aus Reststoffen her: Die organischen Reststoffe, die während der Verarbeitung der Zuckerrüben in einer Zuckerfabrik anfallen, werden nicht weggeworfen, sondern aussortiert und direkt in eine Biogasanlage befördert. So ist der natürliche Abfall gleich entsorgt, und es entsteht wie nebenbei Wirklich Ökogas aus 100 % organischen Reststoffen.

Wir haben mit Florian, einem der Geschäftsführer von Polarstern, gesprochen.

 

Florian Henle Polarstern

Geschäftsführer Florian Henle (c) Polarstern

Interview

Lieber Florian, was unterscheidet euer Angebot von anderen „echten“ Ökostromanbietern?

Bei unseren Produkten unterscheidet uns von den anderen, dass wir wirklich und ausschließlich 100% Ökostrom und 100% Ökogas anbieten. Es finden keine Beimischungen statt. Woher unser Strom und unser Gas kommen, das ist bei uns absolut transparent – und es kann jeder auf unserer Webseite direkt sehen. Unsere Kunden sollen uns schließlich vertrauen können. Und das können sie, weil wir ehrlich, offen und authentisch kommunizieren. Gleichzeitig aber eben auch locker und unkompliziert – wir sind der Energiepartner an ihrer Seite, den sie alles fragen können. Wenn sie uns anrufen, sprechen sie wirklich sofort mit Menschen, die ihnen gerne und direkt weiterhelfen. Gleichzeitig haben sie die Möglichkeit, auch alles online zu regeln – wir sind also sehr persönlich und sehr digital zugleich.

Auf eurer Homepage liest man etwas von einer „globalen Energiewende“ – was genau meint ihr damit?

Das Klima hat keine Grenzen! Wir können uns natürlich prima in Deutschland auf die Schulter klopfen, dass wir zur Rettung des Klimas beitragen, aber das hilft nicht viel, wenn in anderen Teilen der Erde die Menschen nicht mal die Möglichkeit besitzen, mit dazu beizutragen oder wenn sie mangels besseren Wissens zuerst den falschen, fossilen Weg einschlagen. Unsere Idee ist: „1 for 1“. Das heißt, jeder Kunde trägt bei uns pro Jahr mit 20 Euro dazu bei, dass in Kambodscha ebenfalls eine Familie Zugang zu sauberer Energie bekommt. Die Menschen dort sind von Feuerholz und Petroleum als Energielieferant abhängig – und das hat eine Menge negativer Konsequenzen. Der Wald wir abgeholzt und gleichzeitig sind die offenen Feuerstellen gefährlich und gesundheitsschädlich. Wir helfen den Menschen dort beim Bau einer eigenen Mikro-Biogasanlage inklusive angeschlossener Toilette. Ohne komplizierte Technik, dadurch einfach, robust, wartungsarm, aber sehr effizient. Außerdem installieren wir der Familie Gaslampen und einen Gasherd. Die 20 Euro alleine reichen natürlich nicht, aber wir sorgen mit dem Geld dafür, dass die Familien einen Mikrokredit bekommen, um von einer lokalen Bank den Rest zum Bau der Anlage zu erhalten. Hilfe zur Selbsthilfe eben, und Kambodscha ist für uns nur der Anfang.

Ökostrom finden eigentlich alle toll – aber anteilig beziehen immer noch recht wenige Haushalte in Deutschland tatsächlich auch Ökostrom. Woran meint ihr, liegt das? Ist Ökostrom zu teuer?

Das ist ein Phänomen, das man als „Green Gap“ bezeichnet, und das gleichermaßen für Kleidung, Kosmetik und viele andere Lebensbereiche gilt. Der Mensch ist grundsätzlicher erstmal träge, bewegt sich nur, wenn er wirklich muss. Wir brauchen einen konkreten Anstoß. Solange alles noch so abstrakt oder weit weg ist, tun wir uns schwer, Dinge zu verändern. Es braucht meistens ein Aha-Erlebnis – oder einfach Zeit. Am Preis liegt es jedenfalls nicht, denn Ökostrom ist in vielen Regionen sogar günstiger als der konventionelle Grundversorgertarif.

Was hat Ökostrom und Ökogas eigentlich mit „vegan“ bzw. Tierschutz zu tun? Ist euer Angebot besonders tierfreundlich?

In vielen Bio-Gasanlagen z.B. werden Schlachtabfälle verbrannt oder Lebensmittelreste generell. In unserer Bio-Gasanlage werden dagegen Zuckerrübenreste genutzt, also das, was nach der Ernte als Abfall anfällt. Beim Strom ist das etwas anders. Er ist zwar in der Regel vegan, aber es gibt große Unterschiede im Tierschutz. Viele ältere Wasserkraftwerke verfügen über keinen geeigneten Fischschutz, so dass viele Tiere hier getötet werden, und auch Windkraftanlagen stehen bei Tierschützern in der Kritik, weil Vögel zu Schaden kommen. Wir können zwar nicht garantieren, dass kein Tier in unseren Anlagen zu Schaden kommt, aber wir tun alles dafür, dass dies so wenige wie möglich sind. Wir sind uns unserer Verantwortung sehr bewusst. Auch viele unserer Kunden und unserer Mitarbeiter sind Veganer. Der Bezug von Strom ist ein Faktor, bei dem man für den Schutz von Tieren und Umwelt eine Menge bewirken kann.

Ist ein Wechsel zu Ökostrom und Ökogas von Polarstern schwierig?

Überhaupt nicht! Der Wechsel ist total simpel, weil wir fast alles für dich erledigen. Wir brauchen nur ein paar Infos von dir, und los geht’s! Wenn du nicht gleich alle Infos zur Hand hast, kein Problem. Wir helfen dir, alles herauszufinden oder du reichst die fehlenden Angaben einfach nach. Du hast überhaupt kein Risiko, denn den Anbieter kann man jederzeit wieder wechseln. Das Wichtigste ist: Man muss es einfach machen! Worauf noch warten?

Jetzt wechseln!

Es gibt eine Menge guter Gründe, auf saubere und günstigere Energien umzusteigen, und das Beste ist: Das geht ganz schön einfach! Du brauchst nur ein paar Angaben machen – den Rest erledigt dein Ökostromanbieter. Ich persönlich bin zu Polarstern gewechselt, und der Wechsel war völlig unkompliziert. Letztlich habe ich vielleicht 10 Minuten insgesamt investiert, aber die waren es mir wirklich wert. In der Vergangenheit war ich auch Kunde bei anderen Ökostromanbietern wie Naturstrom und Lichtblick, und auch dort war der Wechsel wirklich einfach. Wichtig ist es, vorher genauer hinzuschauen, ob es sich um einen echten Ökostrom oder nur um Greenwashing handelt. Also, worauf wartest du noch? ;-)

Weitere Infos zu Polarstern findest du auf der Polarstern Homepage.

Foodmatic

 

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