Als eine der ältesten Städte Deutschlands ist das eher beschauliche Trier ein Magnet vor allem für Tagestouristen. Dank seiner unmittelbaren Nähe zu Luxemburg, Frankreich und Belgien stürmen regelmäßig ganze Heerscharen von Einkaufswilligen die recht kleine Innenstadt und strafen jeden Lügen, der behauptet, Trier liege noch hinterm Nirgendwo und da sei sowieso nie was los.

Doch trotz Einkaufs- und Touristenrummel in der Fußgängerzone ist meine vorläufige Wahlheimat Trier geprägt von ihrer Jahrtausende zurückgehenden Geschichte und damit nicht nur von römischen Kaisern, sondern auch vom Katholizismus und, so wird jedenfalls gemunkelt, daraus folgend von einer gewissen kleinstädtisch-konservativen Einstellung zum Leben und zum Glauben. Da ich mit der katholischen Kirche generell nichts am Hut habe und außerdem seit etwa 6 Jahren hier ein ganz gewöhnliches studentisches Leben führen kann, fiel mir dieser kleinstädtische Charakter erst so richtig auf, als ich mich 2010 dazu entschloss, vegan zu leben. Denn obwohl die Restaurant- und Cafédichte relativ hoch ist, existiert nur ein einziges Bistro, das komplett fleischlos ausgerichtet ist und sowohl vegetarische als auch gänzlich vegane Hauptgerichte anbietet. Da das Essen dort aber so richtig lecker ist, widme ich dem Bistro an anderer Stelle seinen eigenen Eintrag. Für den Moment illustriert dieses Beispiel nur den scheinbaren Mangel an Möglichkeiten als VeganerIn in Trier auswärts essen zu gehen, gerade wenn man neu in der Stadt ist oder als Tourist nur wenige Tage Zeit hat, sich in der Stadt umzusehen. Meine Beiträge für DIV bieten deshalb einen Blick hinter Triers eher unvegane Fassaden, damit auch ortsunkundige VeganerInnen nicht verzweifeln müssen. Denn wenn man weiß, wo man mit der Suche beginnen muss, findet man ganz schnell viele leckere Alternativen zur klassischen Fleischkost der meisten Restaurants vor Ort. Allerdings muss man sich fast überall damit abfinden, dass im selben Restaurant Fleisch und andere unvegane Produkte zubereitet und serviert werden. Ich persönlich sehe das pragmatisch und freue mich, dass es überhaupt ein Angebot gibt, denn wenig ist immer noch besser als gar nichts.

Und so beginne ich meine Zeit als Mitautorin bei DIV mit City Pizza Trier, dem einzigen Lieferservice der Stadt, der eine komplett vegane Pizzaalternative anbietet.

Vegane Pizza vom Lieferdienst in Trier

Vegane Pizza mit Tomatensoße, Hefeschmelz, Oliven, Spinat und Artischocken

Wer also nach einem anstrengenden Tag voller Sightseeing oder Kampfshoppen abends nur noch die Füße hochlegen möchte und sich nicht mehr ins Trierer Restaurant- und Kneipenleben stürzen will, der kann ganz bequem online oder telefonisch eine Bestellung aufgeben. Die Pizza Veganer, quasi das à la carte Gericht, ist belegt mit viel Gemüse und Räuchertofu, für die Cremigkeit gibt es Hefeschmelz. Wer wie ich kein besonders großer Fan von Räuchertofu ist, kann seine vegane Pizza auch selbst zusammenstellen. Ich entschied mich für eine Kombination aus Spinat, Oliven und Artischocken, normaler Tomatesoße sowie Hefeschmelz. Das ganze gabs dann in Normalgröße (26cm Durchmesser) für knapp über 6 Euro.

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Ich war zugegebenermaßen etwas skeptisch am Anfang, weil der Pizzaservice eigentlich nicht auf veganes Essen spezialisiert ist und ich etwas Bedenken wegen des Hefeschmelzes hatte. Aber alle meine Sorgen lösten sich angesichts der tollen Pizza, die ich dann bekam, in Luft auf: knuspriger Teig, saftiger Belag, cremiger Hefeschmelz und alles wunderbar abgeschmeckt. Mich haben sowohl Pizza als auch  Lieferdienst absolut überzeugt und deswegen empfehle ich City Pizza Trier gerne und wärmstens weiter – an Touristen, Besucher und einheimische Veganer.