Vegan leben ist superlecker, einfach und unkompliziert – solange man zuhause is(s)t. Sobald man aber die Komfortzone verlässt, fangen die Schwierigkeiten an. Ansonsten superlocker, lustig und entspannt mutiert man auf einmal zum pingeligen Nachfrager, der sich bei jedem Gericht auf der Karte ganz genau erkundigt, was denn da drin ist oder in was für Fett etwas angebraten wird. Peinlich – aber zumindest noch innerhalb Deutschlands ohne Weiteres durchführbar, wenn man kein Problem damit hat, ab und zu komische Blicke zu ernten. Im Ausland wird das dann schon etwas abenteuerlicher.

Dazu kommt noch, dass ich mit einem Omni verheiratet bin, der sehr geduldig zuhause zu 95% mit mir gemeinsam vegan isst und dem angeblich geschmacklich auch nichts an meiner Küche fehlt. Er unternimmt mit mir mehrstündige Autofahrten, um in Berlin vegane Restaurants auszuprobieren oder fährt mit mir mit der Metro durch halb Paris, um vegane Cupcakes zu kaufen. Also ist es auch für mich selbstverständlich, einfach mal mit ihm in ein „normales“ Lokal zu gehen und manchmal isst er dann eben Fleisch und manchmal eben auch nicht. Der Urlaub soll ja auch ihm ein bisschen Entspannung bringen und nicht nur mir. Er hat dann wie immer die freie Auswahl und ich gehe auf der Speisekarte auf vegane Entdeckungsreise. Ich unterstütze sehr gerne vegane oder vegetarische Restaurants, finde es aber auch wichtig, ab und zu in Omni-Restaurants darauf hinzuweisen, dass es uns Veganer gibt und dass wir eine mögliche Zielgruppe sind. Überraschend oft bekommt man überaus positive Resonanz.

Der Umgang mit Omnis unterwegs ist eben wie das Verreisen selbst: man öffnet eine Tür in eine andere Welt, begegnet anderen Kulturen und wenn man den anderen Menschen offen und freundlich begegnet, dann bekommt man das auch in ähnlicher Form zurück. Im Ausland wird das Ganze noch gewürzt mit der eventuell vorhandenen Sprachbarriere und einer anderen Mentalität. In meinem Blog „V“eltenbummer – Vegan Verreisen schreibe ich über meine Erfahrungen auf Reisen und teile viele Adressen von veganen oder zumindest vegan-friendly Restaurants, Hotels, Airlines und alles, was zum Verreisen dazu gehört.