Vegan ist bunt. Vegan ist vielfältig. Vegan ist spannend, von A bis Z. Heute geht es weiter mit der Serie „The Vegan ABC“. In Zukunft werdet ihr alle 14 Tage – jeden zweiten Dienstag – über ein Thema aus der veganen Welt lesen, ob über „B-Vitamine“ bei B, „Genuss“ bei G oder „Zukunft“ bei Z. Viel Spaß!

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The Vegan ABC – J wie… Ja!

Nein wirklich. Es gibt Momente, oder sogar Tage, da möchte ich keine Veganerin mehr sein. Warum hat mir denn niemand vorher gesagt, dass die vegane Lebensweise es durchaus mit einer Beziehung aufnehmen kann – zumindest was die Hochs und Tiefs angeht? Dann wäre ich zumindest vorbereitet gewesen…

Es gibt Zeiten, da schleicht sich die Routine ein. Ich laufe mit meinem Einkaufswagen durch die Supermarktgänge und greife blind nach meiner Beute – hier Räuchertofu, da Rote-Bete-Meerrettich-Aufstrich, dort Kokosmilch. Neue Rezepte und Zutaten ausprobieren? Och nö, dazu hab ich einfach gerade keine Zeit. Eigentlich kann ich mir gar nicht vorstellen, dafür jemals wieder Zeit zu haben. Und in meinem Rezepteblog langweilt sich die Miso-Suppe mittlerweile, weil sie keine Gesellschaft von neuen Blogeinträgen bekommt.

Manchmal mag ich schlicht niemandem mehr etwas über Veganismus erzählen. Warum ich das denn mache? Tja. Soll ich jetzt wieder über Kälber- und Kükenverschleiß, Ausbeutung, gesunde Ernährung und Vitamin-B-Mangel reden? Oder lieber einfach freundlich lächeln, mich umdrehen und weggehen? Manchmal habe ich den Eindruck, dass der Effekt der Gleiche ist.

Ab und zu möchte ich mit meinen Freunden wieder auf einer Ernährungs-Wellenlänge sein. Wenn ich mit ihnen gemeinsam grille, macht es mich wütend, dass immer riesige Mengen Fleisch und Wurst auf dem Rost landen. Und es macht mich traurig, dass es mich wütend macht. Wer empfindet schon gerne so gegenüber seinen Freunden?

Und dann und wann habe ich das Gefühl, dass der Veganismus mein Leben bestimmt. Ich blogge, koche, esse, erzähle, nehme an Veranstaltungen teil, poste, präsentiere, werde gefragt, beantworte Fragen. Draußen scheint die Sonne und ich sitze drinnen an der Tastatur und schreibe einen Artikel. In manchen Momenten möchte ich einfach aufstehen und schreien: „Hallo?! Ich bin zwar Veganerin, aber doch auch noch tausend andere Sachen! Habt ihr das vergessen?“ Habe ich es vielleicht vergessen?

Glücklicherweise sind diese Tiefpunkte – wie in einer Beziehung, hoffentlich – die Ausnahme.

Meistens steht hinter und vor dem, was ich tue, nämlich ein großes JA. Ich werde nicht müde zu betonen, dass die Umstellung auf eine vegane Lebensweise eine der besten Entscheidungen gewesen ist, die ich bisher getroffen habe, und dessen bin ich mir nach wie vor sicher.

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Ich fühle das JA, wenn ich vergessen habe einzukaufen und sich aus den Resten im Kühlschrank überraschenderweise ein fantastisches Gericht zaubern lässt.

Ich fühle das JA, wenn ich ehrlich interessierten Menschen erzählen und erklären kann, warum ich vegan lebe, und ich mir danach sicher bin, dass ich zumindest einen kleinen Denkanstoß geben konnte.

Ich fühle das JA, wenn ich für Freunde koche und sie hinterher sagen, wie lecker es war (und nach meiner Blog-Adresse fragen).

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Ich fühle das JA, wenn ich es mal wieder geschafft habe, das Engagement für den Veganismus mit dem Engagement für meine Freunde und meine Familie, für meinen Job, für meine Freizeit in Einklang zu bringen.

Und ich fühle das JA beim Schreiben dieses Artikels. Selbst wenn draußen schönstes Wetter ist – mal davon abgesehen, dass ich ihn auch letzte Woche bei Regenwetter hätte schreiben können.

Zu einem großen Ja gehört eben immer auch ein kleines Nein – was meint ihr?

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