Attila Hildmann VEGAN TO GODeutschlands bekanntester Vegankoch Attila Hildmann hat ein neues Buch herausgebracht: „Vegan to go“, Untertitel „Schnell, einfach, lecker“. Nach „Vegan for fun“, „Vegan for fit“ und „Vegan for youth“ (und einigen im Selbstverlag herausgebrachten Büchern) liegt nun also der Fokus auf schnelle Gerichte, die man im besten Falle auch noch gut mitnehmen kann.

Vegane Basics

War „Vegan for fit“ eher schon ein Ernährungsprogramm mit Sportübungen und der 30-Tage-Challenge hatte „Vegan for youth“ einen sehr ausführlichen ernährungswissenschaftlichen Introteil, der Fokus lag auf Lebensmitteln – vor allem Superfoods – die eine hohe Nährstoffdichte aufweisen. Diesmal ist der Introteil wieder reduzierter, es geht hier wieder eher um die Basics: Wie ersetzt man was, ein Kücheneinmaleins, warum veganes Essen nichts mit Askese zu tun hat und was eine vegane Ernährung für Auswirkungen auf dich selbst, Tiere und deine Umwelt hat. Anschließend gibt es Tipps dazu, wie man es simpel und schnell in der Küche hält, und wie man sich unterwegs vegan versorgen kann. Ich finde dieser Teil enthält alles wichtige, was man zum Einstieg wissen sollte. Gut gemacht.

Beibehalten und erweitert wurde das aus den Vorgängern schon bekannte Stufensystem, dass dir darüber Auskunft geben soll, wann du welches Gericht bedenkenlos essen kannst – abends sollte man beispielsweise bestimmte Gerichte nicht mehr essen, die einen hohen Kalorien- oder Fettgehalt haben.

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Das Layout

Ebenfalls beibehalten wurde das cleane Layout der Vorgängerbücher, das Buch kommt im gewohnten Hardcover daher und kostet wieder 29,95 Euro. Das Buch ist auch wieder reichlich bebildert, der Fotograf Simon Vollmeyer hat seinen gewohnten Bilderstil für Attilas Bücher beibehalten und dieser passt zum cleanen und übersichtlichen Layout. Mir gefällt der Stil der Bücher gut, und ich finde den Preis auch absolut angemessen für das was man geboten bekommt.

Die Rezepte

Die Rezepte kommen diesmal in den Kategorien

  • New Beginning
  • Daily Delights
  • Snack Attack
  • Sandwich Superstars
  • Salad Power
  • Fabulous Drinks
  • Sweet Sensations

Schaut man sich Attilas Rezepte an, so fällt durchaus auf, dass so manches sich in Varianten wiederholt, aber das ist auch gar nicht schlimm finde ich. Was sich zum Glück auch wiederholt – und das finde ich eine absolute Stärke seiner Bücher – ist die Simplizität der Rezepte. Man muss nicht gut kochen, man benötigt in der Regel eine überschaubare Menge an Zutaten, und diese bekommt man fast komplett im Bioladen. Superfoods haben seit „Vegan for youth“ verstärkt Einzug in die Zutatenlisten gehalten, und das ist auch in „Vegan to go“ der Fall. Gleich auf den ersten Seiten findet man Gerichte wie „Chia-Vanille-Pudding mit Mangocreme und Erdbeeren“, „Attilas Acai-Bowl“ oder „Supercrunch-Müsli mit Chia“. Doch es gibt auch Superfoods-freie Rezepte, keine Angst.

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Das Kapitel „Daily Delights“ wartet mit Gerichten wie „Sojagyros mit Wildreismischung und Zaziki“, Gemüselasagne, Seitanbuletten, Flammkuchen oder China-Nudeln auf. Viel Deftiges auf jeden Fall. In „Snack Attack“ findet man Rezepte für Tacos, Frühlingsrollen, Champignon-Baguettes, Spargelknusperstangen, Mettbrötchen oder Eiersalat. Also durchaus auch bekannte Rezepte, aber neu interpretiert. Ich mache mal an dieser Stelle Schluss mit dem Aufzählen, ich finde jedenfalls die Bandbreite an Rezepten prima und freue mich darauf, so einiges daraus auszuprobieren.

Vegankoch, Porschefahrer, Provokateur

Attila Hildmann ist nicht nur Deutschlands bekanntester Veganer, er ist auch der vermutlich umstrittenste. Das geht oft beides miteinander einher, Attila facht aber sich das ganze bewusst oder unbewusst an. Letztlich schadet das alles seinen Verkäufen garantiert nicht, an ihm kommt man wohl nicht mehr vorbei, wenn man sich für vegane Rezepte interessiert. Zuletzt ging ein Aufruf der Empörung durch die vegane Szene, weil Attila sich einen Porsche mit Lederausstattung zugelegt hat – und das auch nicht unbedingt im Verborgenen tat, sondern vermutlich sogar ganz bewusst provozierte.

Wer sich dazu positionieren möchte, der kann das natürlich tun. Ich persönlich bin froh, dass Attila die vegane Ernährung ins Frühstücks- und Abendfernsehen gebracht hat, dass er gezeigt hat und zeigt, dass eine vegane Ernährung gut schmeckt, gesund ist und dass Veganer keine traurigen dürren Gestalten sind, sondern lebensfroh und gut drauf. Das ist in meinen Augen ein weitaus bessere Werbung für diese Ernährungs- und Lebensweise als andere anzugreifen und dogmatisch zu belehren. Wie konsequent Attila vegan lebt, ist letztlich seine persönliche Sache, und dazu maße ich mir kein Urteil an.

Update:

„Vegan to go“ bekommt ihr jetzt auch als E-Book: Für den Kindle und auch im iBook-Store von Apple für jeweils 9,99 Euro. Im Apple Store belegt das E-Book gleich mal Platz 1.

Fazit

Ich habe zuhause eine ganze Menge vegane Kochbücher, doch es gibt wenige, zu denen ich tatsächlich greife. Die Bücher von Attila gehören definitiv dazu, weil ich seine Rezepte wirklich gut finde. Sie sind einfach, benötigen nicht all zu viele Zutaten und sie funktionieren. Manche Gerichte wie den „Joghurt-Amaranth-Pop“ mache ich immer wieder. Ich finde die Bücher daher toll, und da reiht sich „Vegan to go“ nahtlos ein. Einsteiger in die „Marterie“ erhalten genauso wie alte Vegan-Hasen in „Vegan to go“ eine schöne Palette an neuen Rezepten und abgewandelten Klassikern.

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Kochkurs Bowl Masters

Zum Abschluss gibt es noch ein Rezept für Gemüsedöner. Hier könnt ihr euch das Rezept als PDF herunterladen. Hier gibt es eine Leseprobe. Bestellen könnt ihr es u.a. bei Amazon, Thalia, Buch.de und natürlich bekommt ihr es in jedem Buchladen.

Attila Hildmann – Vegan to go. Becker Joest Verlag, 264 Seiten, 29,95 Euro.

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Und so sieht der Gemüsedöner im besten Falle aus:

Gemüsedöner_web

Foto © Simon Vollmeyer 

Fotos und Cover sowie Rezeptfreigabe mit freundlicher Genehmigung des Becker Joest Verlags.