Hätte man mir vor Jahren gesagt, daß auch ich mich mal mit diesem Lebenskonzept auseinandersetzen würde: Ich hätte ihm oder ihr höchstwahrscheinlich eine meiner damals 20 Handtaschen an den Kopf geworfen. Irgendwann kam dann jedoch auch bei mir der Punkt, an dem ich bemerkte, wie gut Reduzieren tun kann.

Aussortieren befreit. Entlastet. Und ordnet. Vor allem das Hirn. Mit jedem Stück, welches ich in die Hand nehme, muss ich abwägen, ob mein Herz dran hängt. Da kommen Erinnerungen wieder. Gute und schlechte. Und am Ende habe ich viel neuen Platz für Neues. Für Neues? Halt! Das ist der Punkt. Menschen räumen heutzutage primär auf, sortieren in Schubladen und schichten um, um Platz für neuen Besitz zu schaffen. Ein ewiger Kreislauf. Und am Ende quillt der Keller, der Dachboden und die Seele über.

 

„Ich habe nichts anzuziehen.“

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Ja nee, is’ klar. Guck’ noch mal genau hin. Wahrscheinlich kannst du dich einfach nicht entscheiden, weil du ZUVIEL zum Anziehen hast. Mal ehrlich? Was davon hast du im letzten Jahr wirklich regelmäßig getragen? Und nein. Du wirst in den nächsten Wochen höchstwahrscheinlich nicht abnehmen und wieder in dieses Top passen.

Mein Credo hier: Was ich länger als ein Jahr nicht angehabt habe fliegt raus. Möglichst nicht in den Müll. Ich gebe meine Sachen lieber an soziale Kaufhäuser, Frauenhäuser oder, wenn es nicht anders geht, ans Rote Kreuz. Zudem kaufe ich nur noch ausgesuchte Teile, die ich mit mindestens drei anderen kombiniere kann. Wer billig kauft, kauft zweimal. Lieber einmal etwas mehr Geld in die Hand nehmen, um dann mit gutem Gewissen, länger etwas davon zu haben. Schon oft gehört, aber wahr.

Gleiches gilt für CDs, DVDs und Co. Ungeliebte oder bereits 20x gesehene Filme finden oft übers Internet noch ein neues Zuhause. Es gibt viele Ankaufseiten, über die sich zwar nicht das ganz große Geld machen lässt, aber man für das eine oder andere Stück noch ein paar Euro bekommt. So habe ich vor kurzem für zwei Kisten CDs und DVDs noch gute 120€ bekommen. Und mehr Luft und Freiraum im Regal. Oder lasst eines eurer gelesenen Bücher mit einer netten Notiz im Bus, an der Haltstelle oder auf der Parkbank liegen und schickt es auf Reisen.

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„Trash, Baby!“

Beim Einkauf versuche ich Umverpackungen so gut es geht zu vermeiden. So greife ich zum Beispiel bei Obst und Gemüse nie zu den Plastiktüten. Ich klebe das Etikett gleich auf das Lebensmittel.

Plastiktragetaschen sind auch so eine Sache. Ich muss mich outen: Ja. Ich kaufe ab und an auch eine. Irgendwo habe ich mal gelesen, daß bei der Produktion einer solchen weniger CO2 verbraucht wird, als bei der Herstellung einer Papiertüte. Der Hauptgrund wieso ich ab und zu so ein Müllmonster mit nach Hause schleppe ist aber der, daß sie sich nach dem Auspacken noch wunderbar als Müllbeutel eignen. Ein Produkt, zwei Verwendungen. Und zur Not kann ich mit einer Tüte noch mindestens drei weitere Male meinen Einkauf nach Hause tragen.

„Let them eat cake!“

 Auch in puncto Lebensmittel lässt sich der Verbrauch, bzw. die Verschwendung minimieren. Gegen Mittag kann man auf dem Wochenmarkt Obst und Gemüse oft zu einem geringeren Preis kaufen, Bäcker geben am Abend auch Brötchen  und Brot oft vergünstigt ab.

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Plant eure Mahlzeiten für die Wochen und kauft dementsprechend ein. So vermeidet ihr zuviel zu kaufen und Lebensmittel eventuell nicht zu verwenden und wegschmeißen zu müssen.

Einen super Tipp sah ich neulich auf Facebook: Man nehme einen Schuhkarton oder eine kleine Plastikkiste und mache sie zu seiner „Eat me first“-Box. Hinein kommen alle Lebensmittel, die im Laufe der kommenden Woche ablaufen. So könnt ihr sicher sein, nichts in den Tiefen des Kühlschrankes zu vergessen und müsst nichts entsorgen. Auch inspiriert der bunte Mix an Lebensmittel vielleicht zu neuen Kombinationsmöglichkeiten und genüsslicher Abwechslung.

„Schatz, wie seh’ ich aus?“

Jeder halbwegs clevere Partner weiß was er darauf zu antworten hat. Dennoch sind vor allem wir Frauen natürlich doch zumindest ein bisschen daran interessiert, etwas aus uns zu machen. Um mein Bad (und meinen Geldbeutel) zu entlasten, kaufe ich gerne multifunktionale Produkte, zum Beispiel einen Reiniger, der sowohl die Gesichtshaut als auch die Augen reinigt. Oder eine Creme, die ich zu allen Tages- und Nachtzeiten tragen kann.

Testet euch durch und bleibt dann beim bewerten, auch wenn das vielleicht ein paar Euro mehr kostet. Auch hier zählt für mich Qualität. Fünf mal eben nur kurz getestete Produkte für wenig Geld können auch schnell 30€ ausmachen. Lest Bewertungen von anderen TesterInnen. Das hat mich schon vor so manchem Fehlkauf bewahrt. Auch eure Haut wird es euch danken. Wer nett zu seiner Haut ist, sieht besser aus und muss weniger kaschieren.

„Die Freunde, die man um vier Uhr morgens anrufen kann, die zählen.“ 

(Marlene Dietrich)

Ein Punkt, den ich lange vernachlässigt habe, ist mein soziales Umfeld. Da ging es mir wohl wie vielen anderen auch: Erst mit einem gewissen Alter entwickelte ich Antennen dafür, wer mir gut tut und wer eher nicht. Zu oft schluckte ich runter, ging auf Parties zu denen ich eigentlich keine Lust hatte und hielt als „Lückenbüßer“ her.

Mittlerweile achte ich auf mich. Ich sage „Nein“, wenn ich „Nein“ sage. Pflege einzelne, aufrichtige Freundschaften und verabschiede mich ganz schnell von Menschen, die mir aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gut tun. Jemand bezeichnete solche Personen mal als „Energievampire“. Wie passend. Wer kennt keinen Menschen, der einem gefühlt den Lebenssaft aussaugt. Sei es mit ständigem Abladen seiner Probleme, Schuldzuweisungen oder Oberflächlichkeiten. Sicherlich entgeht mir auf diese Art und Weise die ein oder andere vermeintlich coole Party, allerdings habe ich dadurch mehr Zeit, um mich und meine neu gewonnene psychische, physische und räumliche Freiheit zu genießen.

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Ihr seht: Irgendwas geht immer. Schaut euch um und überlegt, ob euch euer Besitz glücklich macht. Oder ob er nicht andere Menschen glücklicher machen würde. Braucht ihr wirklich die 10. Jeans, das 20. paar Schuhe oder noch einen Lidschatten? Das Prinzip lässt sich beliebig ausweiten, zum Beispiel auf die Ernährungsweise ( zuviel, zu billig, zu ungesund?), die Fortbewegung (Radfahren macht einen strammen Hintern und schont die Umwelt!) oder den Fernsehkonsum.

Ich sage nicht, dass wir uns kasteien und um den Spaß bringen sollen. Aber ich habe ungern Spaß auf Kosten anderer. Und ich habe es  gern, wenn mein Spaß nachhaltig wirkt.

Sicherlich habt auch ihr einige Tipps auf Lager. Wir von DIV würden uns sehr freuen, wenn ihr sie uns und den anderen LeserInnen verratet.