Norbert Suchanek Der Soja-Wahn: Wie eine Bohne ins Zwielicht gerätHat man eine Laktoseintoleranz oder ist man eben Veganer, so ist der Begriff „Soja“ allgegenwärtig. Soja wird als Milchersatz, in Form von Tofu jeglicher Art usw. verwendet, und kommt bei einem großen Teil der Veganer vermutlich täglich auf den Teller oder in die Tasse. Doch wie gesund ist die Sojabohne eigentlich wirklich? Eignet sie sich zum Verzehr in größerem Maße? Eine ganze Menge von Menschen reagiert hochallergisch auf Sojabohnen, und als Babynahrung ist Soja nicht geeignet. Der Anbau von Sojabohnen kann sogar eine Verseuchung des Bodens mit Uran bewirken.

Der Autor Norbert Suchanek räumt auf mit Mythen, lässt die hochgejubelte Bohne in nüchternem Licht weniger glänzend aussehen, zeigt dem Leser die Kehrseite der Medaille. Eines darf man selbstverständlich bei allen kritischen Anmerkungen des Autors nicht ausser Acht lassen: Weltweit landen rund 80% der angebauten Sojabohnen in Tiermägen, daher ist die Fleischindustrie letztlich der größte Treiber für diese Kehrseiten.

So oder so: Die Lektüre dieses kleinen und kompakten Büchleins mit knapp 100 Seiten lohnt sich wirklich, um einen kritischeren Blick auf die Wunderpflanze zu  bekommen. Dem Autor geht es keineswegs um die Verteufelung der Sojabohne, er will vielmehr klar machen, welchen traditionellen Stellenwert die Sojabohne in der Ernährung des Menschen einmal hatte, und was daraus geworden ist. Soja sollte als Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung dienen, nicht als häufig genutztes Ersatzprodukt, so Norbert Suchanek. Sehr lesenwert!

Norbert Suchanek: Der Sojawahn – wie eine Bohne ins Zwielicht gerät. Oeokom-Verlag 2010, 96 Seiten, ISBN-13: 978-3-86581-216-2, 8,95 Euro.

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